Stand: 21.11.2017 16:32 Uhr

Historischer Fund am Fehmarnbelt-Tunnel

Seit einem Jahr arbeiten Archäologen an der geplanten Bahntrasse zum Fehmarnbelt-Tunnel - nun haben die Forscher etwas gefunden, das sie als spektakulär einordnen. Bei Oldenburg im Kreis Ostholstein entdeckten sie Pfahlreste, die möglicherweise zu einer Steganlage gehören. Bei dem Fund handelt es sich nach Angaben der Fachleute um angespitzte Baumstämme, die senkrecht im moorigen Erdreich stecken.

Archäologen finden Steg-Reste aus der Bronzezeit

Ein erster Schnelltest datiert das Alter der Pfähle auf mehrere Tausend Jahre. Sie stammen der Einschätzung der Experten zur Folge aus der Bronzezeit, mutmaßlich wurden sie etwa zwischen 1500 und 1300 vor Christus bearbeitet.

Wie Moorleiche konserviert

Die hellen und butterweichen Pfahlreste wurden im feuchten Boden - ähnlich wie ein Moorleiche - konserviert. "Es gibt aus der Steinzeit und auch aus jüngeren Zeiten Holzkonstruktionen, vor allem im Feuchtboden-Bereich. Aber aus dieser Zeitphase kennen wir so etwas in Schleswig-Holstein noch nicht", ordnet Erich Halbwidl vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein den Fund ein.

Da die Archäologen entlang der Trasse so viel gefunden haben, wollen sie die Grabungen in Oldenburg ausweiten. Insgesamt sollen die Untersuchungen noch bis Ende 2019 dauern. Auf die Arbeiten an der Trasse zum Tunnel haben die Ausgrabungen keine Auswirkungen. Der Grund: Laut Bahn wurden die Grabungen frühzeitig begonnen, um den Forschern die nötige Zeit zu geben, zudem soll so Planungssicherheit garantiert werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.11.2017 | 16:00 Uhr

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