Stand: 09.07.2020 09:35 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Günther zur CDU-Frauenquote: "Hoffe auf Verbindlichkeit"

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"Ich hätte es mir etwas schneller gewünscht", kommentierte CDU-Landeschef Daniel Günther den Kompromiss in Sachen Frauenquote in seiner Partei.

Ministerpräsident und CDU-Landeschef Daniel Günther betont seit Jahren, dass die CDU weiblicher werden müsse. Das sei noch nicht überall gelungen, sagt er heute. Deshalb sei der Beschluss des Parteivorstands, bis 2025 eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent zu bekommen, der richtige Weg für eine moderne Volkspartei: "Ich hätte es mir etwas schneller gewünscht und hoffe auf mehr Verbindlichkeit als das, was ich bisher dort lesen kann", sagte Günther NDR Schleswig-Holstein mit Blick auf den nächtlichen Kompromiss des CDU-Gremiums.

Quote soll nur bei Gruppenwahlen gelten

Laut Beschluss sollen die 50 Prozent schrittweise erreicht werden. Sie gelten dem Kompromiss zufolge aber nur bei Gruppenwahlen - also etwa bei der Wahl von Stellvertretern oder Beisitzern. Mit dem langfristigen Ziel ist Günther zufrieden: "Es in Schritten zu machen, dass wir dann 2025 endlich erreicht haben, dass Frauen eben an der Hälfte der Macht innerhalb der CDU beteiligt sind - das ist ein absolut notwendiger und richtiger Weg."

In roten Schuhen sitzt eine Teilnehmerin einer Veranstaltung zwischen Männern in dunklen Anzügen und passendem Schuhwerk. © DPA picture alliance Foto: Tim Brakemeier

Frauenquote bei der CDU: Reaktionen aus SH

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Die Parteispitze der CDU hat sich darauf verständigt, dass ab dem Jahr 2025 eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent gelten soll. Aus Schleswig-Holstein kommt nicht nur Zustimmung.

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Ostmeier: Frauen müssen Familie und Karriere vereinbaren können

Bildungsministerin Karin Prien schrieb auf Twitter: "Helmut Kohl hat’s angefangen, jetzt 35 ! Jahre später hat die @cdu unter @akk endlich die Kraft den Weg zur Gleichstellung von Frau und Mann konsequent zu Ende zu gehen. Gut so." Auch Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack findet den Kompromiss gut. Ebenso die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion und Landesvorsitzende der Frauen-Union, Katja Rathje-Hoffmann. Sie freut sich "über Bewegung in der Sache" und darauf, "dies in der Partei zu diskutieren, denn selbst bei den Frauen in der CDU gibt es dazu keine einheitliche Meinung".

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Fordert Maßnahmen, die es Frauen ermöglichen, auch mit Familie eine Karriere in der Politik anzustreiben: die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier.

So kritisiert etwa die Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier, die Quote verändere "gesellschaftlich und im Sinne der Gleichberechtigung gar nichts, wenn sie nicht gleichzeitig mit Maßnahmen verbunden wird, die es Frauen ermöglicht, auch mit Kindern und Familie eine politische Karriere anzustreben".

Junge Union: Quote allein reicht nicht

Dieser Punkt stört auch Birte Glissmann - die Landesvorsitzende der Jungen Union. Beim Kompromiss vermisst sie etwa die Unterstützung, zum Beispiel durch Fortbildungen, für die jüngeren Frauen in der Union. Mit dem Beschluss kann sie aber leben - eben weil die Quote sich nicht auf alle Parteiämter bezieht. Klar sei aber auch: "Eine Quote allein kann das Problem nicht lösen."

Glissmann fordert auch, Frauen in den Wahlkreisen stärker zu unterstützen. Denn über die Landeslisten gelingt den Christdemokraten eher selten der Einzug in den Landtag.

Die Entscheidung über die vorgeschlagene Satzungsänderung fällt ein Bundesparteitag im Dezember.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.07.2020 | 17:00 Uhr

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