Stand: 11.07.2019 20:07 Uhr

Geld für wolfsabweisende Zäune wird ausgezahlt

In Schleswig-Holstein haben die Auszahlungen für wolfsabweisende Herdenschutzzäune begonnen. Insgesamt 1,7 Millionen Euro werden für den Schutz der Schafe ausgegeben, wie das Umweltministerium am Donnerstag mitteilte. Zunächst werden die Anträge der großen Betriebe mit mindestens 500 erwachsenen Tieren bearbeitet. Von September an sind Herden mit 100 bis 499 Tieren dran, im Oktober, wenn die Haushaltsmittel reichen, kann mit den Anträgen für kleinere Herden begonnen werden.

Anträge nicht mehr nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip

Neu ist, dass die Schäfer auch nur für einen Teil ihrer Tiere Zäune beantragen können. Damit - so das Ministerium - wolle man den Tierhaltern entgegen kommen, weil manche Gebiete schwerer einzuzäunen sind als andere. Die Schäfer müssen jetzt nicht mehr nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip Zäune beantragen. Wenn die großen Betriebe die Unterstützung annehmen, seien knapp zwei Drittel der Schafe in Schleswig-Holstein geschützt. "Dies kommt auch den kleineren Betrieben zugute, weil durch den höheren Anteil geschützter Tiere die Gefahr einer Spezialisierung von Wölfen auf Nutztiere verringert wird", sagte Staatssekretärin Dorit Kuhnt (parteilos). Bislang seien insgesamt 264 Anträge eingegangen.

Anträge seit vier Monaten möglich

Das Land hatte im März die Kreise Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg zu sogenannten "Wolfspräventionsgebieten" erklärt. Seitdem konnten die Schäfer dort auch als vorbeugende Maßnahme die speziellen Zäune beim Land beantragen. Derzeit leben laut Ministerium zwei Wölfe dauerhaft im Norden. Zwei weitere nachgewiesene Wölfe sind offensichtlich abgewandert und ein Wolf wurde überfahren. Weitere Einzeltiere wandern durch und halten sich unterschiedlich lange im Land auf. In Schleswig-Holstein leben rund 200.000 Schafe.

Weitere Informationen

Interaktive Karte: Wölfe in Schleswig-Holstein

Anhand von DNA-Analysen lassen sich Bewegungsprofile der Wölfe erstellen. NDR.de zeigt alle Nachweise der Wildtiere der vergangenen Jahre in einer interaktiven Karte. mehr

Bund erleichtert Abschuss von Wölfen

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf gebilligt, der den Abschuss von Wölfen erleichtern soll. Lob kommt von Nordministern und Schäfern - Kritik von Naturschützern. mehr

Der Problemwolf bleibt weiter bissig

Umweltministerin Schulze (SPD) hat ein Gesetz zum erleichterten Abschuss von Wölfen vorgestellt. Die Debatte um den Wolf werde das aber nicht beruhigen, kommentiert Kersten Mügge. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.07.2019 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

02:36
Schleswig-Holstein Magazin
02:41
Schleswig-Holstein Magazin
04:31
Schleswig-Holstein Magazin