Ein riesiger Kran ist auf dem Werftgelände der German Naval Yards zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Marcus Brandt

Buchholz: Bund soll Aufträge für Marine vorziehen

Stand: 23.05.2021 13:54 Uhr

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat das Bundesverteidigungsministerium aufgefordert, Aufträge für die Marine vorzuziehen und so den Schiffbau zu stärken.

Buchholz spricht von einer riesigen Chance, mit der schnelleren Modernisierung der Flotte die Auftragslage zu verbessern. Er forderte Bundesministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf, Aufträge so rasch wie möglich zu erteilen und anstehende Wartungsarbeiten bei der Marine vorzuziehen.

2.100 Betriebe in maritimer Industrie

Mit der Einstufung des Baus von Marine-Überwasserschiffen als nationale Schlüsseltechnologie durch den Bund seien europaweite Ausschreibungen überflüssig geworden, betonte Buchholz. "Wenn auch Frau Kramp-Karrenbauer den Beschluss zur Schlüsselindustrie ernst nähme, würden Flotte und Schiffbauer gleichermaßen profitieren." In Schleswig-Holstein sind rund 35.000 Menschen in 2.100 Betrieben und Einrichtungen in der maritimen Industrie beschäftigt.

IHK spricht von bedrohter Schlüsselbranche

Die Wirtschaft im Norden unterstützt den Vorstoß des Ministers. "Die maritime Industrie ist eine Schlüsselbranche in unserem Land, aber massiv in ihrer Existenz bedroht", sagte der Präsident der IHK Kiel, Klaus-Hinrich Vater. Die Branche sei essenziell für den Welthandel und für die Rohstoffversorgung, betonte Vater. Er und Buchholz hoben auch die große Rolle der maritimen Zulieferindustrie hervor. Sie mache im Schiffbau in Schleswig-Holstein bis zu 80 Prozent der Wertschöpfung aus, sagte Vater. Er sehe hier vor allem große Chancen in vielen Zukunftsfeldern. Als Beispiele nannte Vater eine emissionsfreie Schifffahrt, Tiefseebergbau und die Beseitigung von Weltkriegsmunition im Meer. Es sei wichtig, diese Technologien in Schleswig-Holstein zu halten. Damit die maritime Wirtschaft Innovationstreiber bleibe, müssten Schiffbaustandorte wie Kiel, Rendsburg oder Flensburg außerdem auch für Aufträge aus anderen Ländern attraktiver werden.

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