Stand: 14.08.2019 15:44 Uhr

Aufgepäppelter Uhu fliegt in die Freiheit

Sein rechter Flügel wurde von den messerscharfen Enden regelrecht zerfetzt: Im Februar flog ein Uhu in der Nähe eines Bauernhofs im Dänischen Wohld in einen stromführenden Stacheldrahtzaun. Der Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) nahm den verletzten Vogel auf, pflegte ihn behutsam gesund und entließ ihn am Mittwoch schließlich in die Freiheit.

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Zurück in die Freiheit: Der geheilte Uhu ist in Grönwohld ausgewildert worden.
Intensive Wundbehandlung durch Pfleger

"Es grenzt an ein Wunder, dass der Uhu noch lebt", sagt Dr. Elvira Freifrau von Schenck, Wildtierärztin in Eekholt. Der verletzte Eulenvogel wurde damals zunächst in der Tierklinik Wasbek versorgt. Anschließend kam er in die Vogelpflegestation des Wildparks, wo sich Ärzte und Tierpfleger um ihn kümmerten. Insgesamt dauerte es mehr als drei Monate, bis seine Wunde vollständig verheilt war.

Uhu hat alle überrascht

Nach der Krankenpflege musste der Eulenvogel lernen, mit einem leicht veränderten Flügel zu fliegen - die Flughaut ist nicht mehr vollständig intakt. "Wir waren alle überrascht zu sehen, wie gut der Uhu trotz der Beeinträchtigung fliegen kann", sagt von Schenck. Es sei sehr selten, dass Wildvögel, die in den Stacheldraht geraten sind, überhaupt überleben.

Uhubestand erholt sich in Schleswig-Holstein

Nun wurde der Uhu dort freigelassen, wo Experten sein Zuhause vermuten: im Hegelehrrevier Grönwohld (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Es war ein besonderer Moment auch für Johann Böhling vom Landesverband Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein, der sich freut, dass Uhus im Norden wieder heimisch sind: "Bis 1981 war der Uhu in Schleswig-Holstein ausgestorben. Seitdem er besonders geschützt wird, nimmt der Bestand stetig zu." Dazu trug der Verein, der 1981 gegründet wurde, maßgeblich bei. Die Tierschützer wilderten bis 2002 mehr als 600 gezüchtete Junguhus im Land aus. Außerdem wird den Uhus unter anderem mit Nisthilfen unter die Federn gegriffen. Nach Angaben von Böhling leben inzwischen wieder um die 800 Uhus in Schleswig-Holstein.

Häufig verenden Vögel im Stacheldraht

Einer ihrer größten Feinde: eben der Stacheldraht. Nach Angaben der Eekholter Wildtierärztin ist es in Schleswig-Holstein immer noch üblich, Weidetiere hinter einzeln gespannten Stacheldrähten einzuzäunen. Diese Praxis kostet jedes Jahr viele Wildtiere das Leben. Vor allem tief fliegende Vögel wie Eulen und Weihen verfangen sich mit ihren Flügeln in den Stacheln und verenden dann meist qualvoll. Besonders gefährlich wird es, wenn der Stacheldraht zusätzlich unter Strom steht. Obwohl diese Art der Einzäunung von der EU seit Jahren verboten ist, findet sie sich in Schleswig-Holstein noch immer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.08.2019 | 17:00 Uhr

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