Ein Nashorn frisst neben einem Pinselohrschwein. © Zoo Osnabrück Foto: Lisa Simon

Zoo Osnabrück: Sauerstoffmangel führte zu Nashorn-Totgeburt

Stand: 22.06.2021 11:58 Uhr

Der kleine Nashornbulle "Moses" ist Anfang Juni tot zur Welt gekommen. Laut Zoo Osnabrück ist das, das Ergebnis einer pathologischen Untersuchung.

Dieser habe die Vermutung des Tierparks bestätigt, dass das Jungtier aufgrund von Sauerstoffmangel während des Geburtsprozesses noch im Mutterleib verstorben ist. "Der Tod des Jungtieres ist weiterhin sehr traurig für uns, dennoch wissen wir nun, dass wir nichts hätten anders machen können", so Zootierarzt Thomas Scheibe. Der pathologische Bericht habe ergeben, dass die Lunge nicht belüftet war, das heißt, dass kein Sauerstoff hineingekommen ist und das Jungtier bereits tot zur Welt kam. Darauf deuteten auch die blauen Schleimhäute hin, die der Zootierarzt mit Kollege Jannis Göttling bereits direkt nach der Geburt festgestellt hatte.

Sauerstoffmangel eines von mehreren Risiken

Sauerstoffmangel während der Geburt sei bei Nashörnern, genauso wie bei Pferden, eines von mehreren Risiken, so der Veterinärmediziner. Dessen sei sich das Team bewusst gewesen und hatte deswegen auch Sauerstoffflaschen parat. "Insgesamt gleicht die Suche nach der Todesursache immer einem Puzzlespiel", so Scheibe. "Bei der pathologischen Untersuchung fanden die Experten keinerlei Missbildungen, Infektionen oder andere Auffälligkeiten. In Zusammenhang mit der nicht belüfteten Lunge deutet nun alles auf die Todesursache des Sauerstoffmangels während der Geburt hin. Das Kalb war normal entwickelt und auch die Geburt an sich verlief bis auf das Ende völlig normal."  

Lebensrettende Maßnahmen ohne Erfolg

Das Team rund um Scheibe und den zoologischen Leiter Tobias Klumpe hatte die erste Schwangerschaft der Nashornkuh "Amalie" und die erste Nashornschwangerschaft für den Zoo intensiv betreut und die Geburt akribisch vorbereitet. Als die Geburt am 4. Juni einsetzte, verlief sie zunächst genauso wie vorhergesagt. Doch als das Jungtier schließlich zur Welt gekommen war, bewegte und atmete es nicht. Die lebensrettenden Maßnahmen der Zootierärzte brachten keinen Erfolg.

Nashornkuh wieder in der Gruppe

Nach dem tragischen Ereignis zeigt sich Tobias Klumpe, Biologe und als zoologischer Leiter zuständig für die Nashörner, optimistisch: "Erstgeburten sind immer mit mehr Risiken behaftet. Das Ereignis war für uns zwar niederschmetternd, aber wir haben uns sehr gut vorbereitet und viel Wissen zusammengetragen." Breitmaulnashorn "Amalie" geht es nach der Geburt gut, sie ist wieder zurück in der Gruppe mit Kuh "Lia" und Bulle "Miguelin".

Weitere Informationen
Die Nashornkuh Amalie im Zoo Osnabrück. © Zoo Osnabrück Foto: Lisa Simon

Totgeburt bei Nashornkuh "Amalie" - Zoo Osnabrück trauert

Der kleine Bulle "Moses" war Freitagabend leblos zur Welt gekommen. Eine Obduktion soll die Umstände des Todes klären. (05.06.2021) mehr

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Das historische Rathaus von Osnabrück. © Stadt Osnabrück, Referat Medien und Öffentlichkeitsarbeit Foto: Dr. Sven Jürgensen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 22.06.2021 | 13:30 Uhr

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