Eine Frau öffnet die Eingangstür vom Landgericht Osnabrück. © NDR Foto: Julius Matuschik

Wegen Corona: Vor-Ort-Termine sorgen das Landgericht

Stand: 28.04.2021 14:48 Uhr

Corona stellt auch das Landgericht Osnabrück vor Herausforderungen. Besonders die Verfahren für psychisch erkrankte Menschen bereiten den Richtern wegen der körperlichen Nähe Schwierigkeiten.

Der Grund: Sollen Richter anordnen, dass ein psychisch Erkrankter einen Betreuer bekommt, der sich beispielsweise um seine Finanzen kümmert oder dass ein Erkrankter in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird, dann ist eine persönliche Anhörung vor Gericht Pflicht. Enge Kontakte oder gar Übergriffe könnten bei solchen Treffen jedoch nicht ausgeschlossen werden, sagt die Vorsitzende Richterin am Landgericht, Dagmar Kubillus. Eine knifflige Lage in Zeiten von Corona. Jedoch: Per Video oder gar schriftlich sei es auch nicht möglich zu beurteilen, ob jemand beispielsweise zu Gewaltausbrüchen neige.

Zahl der Prozesse ist gestiegen

Gleichzeitig ist laut Kubillus die Zahl der Fälle, in denen eine richterliche Anhörung nötig wird, in den vergangenen Monaten gestiegen. Aber auch andere Verfahren beschäftigten das Landgericht Osnabrück erheblich: die VW-Abgasaffäre beispielsweise oder die bandenmäßige Kriminalität. Auch deshalb wurden nun zwei neue Richterstellen geschaffen. Jetzt will sich das Gericht intensiv damit beschäftigen, wie Anhörungen oder Prozesse, bei denen Vor-Ort-Termine nötig sind, coronakonform ablaufen können.

Dieses Thema im Programm:

Regional Osnabrück | 28.04.2021 | 15:00 Uhr

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