Helfer bauen vor einer Klinik eine Dekontaminationsschleuse auf. © dpa-Bildfunk

Sprengung mit Verletzten: WTD 91 in Meppen prüft Vorfall

Stand: 23.09.2021 17:21 Uhr

Nach einem Unfall bei einer Kampfmittelräumung auf dem Bundeswehr-Testgelände bei Meppen hat die Bundeswehr Untersuchungen angekündigt. Die sechs Verletzten konnten das Krankenhaus wieder verlassen.

Die Bundeswehr hat den Detonationsplatz abgesperrt, um zu prüfen, welcher Stoff dort am Mittwoch freigesetzt wurde. Da die Beschwerden bei den Verletzten schnell abgeklungen seien, gehe man derzeit von Tränengas aus, sagte Sprecher Dominik Wullers dem NDR in Niedersachsen. Die Bergung solle weitergehen, aber die Sprengungen würden bis auf Weiteres gestoppt, so Wullers. Die geborgenen Kampfmittel würden zunächst in Bunkern gelagert werden, bis Experten ihre Untersuchungen abgeschlossen hätten.

Sechs Mitarbeiter zeigen Symptome

Vier Angehörige der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) und zwei Mitarbeiter des niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten nach einer Sprengung von Munitionsresten über Atemwegsbeschwerden und laufende Nasen geklagt. Daraufhin seien sie vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Dort mussten sie von der Feuerwehr zunächst dekontaminiert werden.

Bundeswehr sprengt Munition für neuen Brandschutzstreifen

In dem Gebiet bei Stavern (Landkreis Emsland) legt die Bundeswehr zurzeit einen Brandschutzstreifen an und räumt deshalb die dort liegenden Munitionsreste aus mehr als 100 Jahren. Bislang seien zwei Tonnen Munition aus dem Boden geholt worden, unter anderem von einem Schiffsgeschütz aus Zeiten des Ersten Weltkriegs, sagte Bundeswehrsprecher Wullers. Grund für das Anlegen des Schutzstreifens sei der Moorbrand vor drei Jahren. "Wir wollen, dass es sicherer wird, wir haben natürlich unsere Lektion gelernt." Ursache für den wochenlangen Moorbrand war ein Munitionstest.


24.09.2021 10:01 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung ist uns ein Fehler unterlaufen. Aus dem Moor wurde kein Schiffsgeschütz geborgen, sondern die dazugehörige Munition. Wir haben den Sachverhalt korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 23.09.2021 | 15:00 Uhr

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