Stand: 20.03.2017 22:01 Uhr

Sögel: Streit um Standort für den Friedhofswald

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Die Samtgemeinde Sögel will einen kommunalen Friedhofswald einrichten - um den Standort allerdings gibt es Kontroversen.

Immer mehr Menschen wollen nach dem Tod eingeäschert und in der Natur bestattet werden. In Niedersachsen gibt es mittlerweile elf Friedwälder: In Bramsche und Uetze, in Bremervörde und in der Lüneburger Heide. Außerdem hat beispielsweise die Stadt Meppen an der Roheide einen kommunalen Friedhofswald eingerichtet. Etwas ähnliches hat nun auch die Samtgemeinde Sögel vor. Mittlerweile fänden dort die Hälfte aller Bestattungen per Urne statt, sagt Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU). Und immer häufiger werde er von Bürgern nach Möglichkeiten für eine Naturbestattung gefragt, so der Bürgermeister. Deshalb plant Sögel nun, einen Waldfriedhof einzurichten - um den Standort allerdings ist ein Streit entbrannt.

"Die Toten nicht an den Rand drängen"

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Das sogenannte Spahner Südholz ist der von der Gemeinde favorisierte Standort für den geplanten Friedhofswald.

"Wir haben vier Standorte geprüft, einer davon ist das Spahner Südholz", so Wigbers. Der favorisierte rund fünf Hektar große Mischwald liegt zwischen Spahnharrenstätte und Sögel und gehört der gemeinnützigen Arenberg-Meppen-Gesellschaft. "Dort wachsen 150-jährige Eichen und Buchen", sagt der Geschäftsführer der Gesellschaft, Winfried Frölich. Es sei damit ein perfekter Ort für einen Friedhofswald. Die katholische Kirche jedoch sieht das anders - sie ist gegen diesen Wald als Bestattungsort. Zum einen, weil er zu weit vom Dorfzentrum entfernt sei, findet Pastor Bernhard Horstmann: "Die Toten bringen die Lebenden zusammen. Wir wünschen uns, dass das in den Blick genommen wird. Dass die Toten nicht an den Rand gedrängt werden."

"Existenz der kleineren Friedhöfe schützen"

Pastor Horstmann fürchtet zudem um den Fortbestand der kleinen Friedhöfe in der Samtgemeinde. Zur Pfarreiengemeinschaft Sankt Jakobus gehören sieben Ortschaften. "Der Waldfriedhof sollte deshalb in der größten Gemeinde, also in Sögel, geplant werden", wünscht sich der Pastor - und mit ihm auch die Vertreter aller Kirchenvorstände. Denn nur so könne die Existenz der kleineren Friedhöfe geschützt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 20.03.2017 | 17:00 Uhr

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