Mit Hilfe der Luca-App wird ein QR-Code abgescannt um sich in einem Laden zu registrieren.

Moderator Böhmermann führt Luca-App in Osnabrück in die Irre

Stand: 08.04.2021 09:17 Uhr

Die Luca-App soll bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Doch das System offenbart Schwächen. Mehrere zehntausend Menschen haben sich Dienstag und Mittwoch absichtlich falsch eingeloggt.

Nach Informationen des NDR in Niedersachsen waren demnach laut App mehr als 43.000 Menschen in einem Modehaus in Bohmte (Landkreis Osnabrück), mehr als 100 hätten nachts den Osnabrücker Zoo besucht. Diese falschen Angaben waren möglich durch ein konzeptionelles Problem der Luca-App: Nicht nur tatsächliche QR-Codes können zur Ortsangabe in der App genutzt werden, sondern auch abfotografierte. In sozialen Medien wurden am Dienstag viele solche Fotos mit QR-Codes gepostet - unter anderem von dem Moderator Jan Böhmermann, der sowohl entsprechende Fotos aus dem Osnabrücker Zoo als auch aus dem Modehaus in Bohmte via Twitter verbreitete. So konnten sich Menschen von überall her an diesen beiden Orten einchecken.

 

Unternehmen: Schaden ist überschaubar

Das Unternehmen teilte dem NDR mit, dass die App "natürlich missbräuchlich" genutzt werden könne - genauso wie eine Maske falsch getragen werden könne. Die durch die App gebotene Möglichkeit, einen öffentlich gewordenen QR-Code auch von zu Hause aus zu nutzen, sei bekannt. Um dem zu entgehen, müsse man die GPS-Daten verpflichtend überprüfen. "Das würde unserer Idee der Datensparsamkeit jedoch widersprechen", teilte eine Sprecherin mit. Das Unternehmen setze daher lieber auf "Datensparsamkeit und Eigenverantwortung". Aus Sicht der Luca-Macher sei der Schaden durch die Aktion überschaubar. "Im allerschlimmsten Fall geht man einmal umsonst zum Testen. Und wir wissen ja, kein Test ist ein Test zu viel", so die Sprecherin.

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Luca-App soll Kontaktnachverfolgung vereinfachen

Die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung soll unter anderem in Niedersachsen fester Bestandteil in der Öffnungsstrategie für Gastronomie, Kultur und Handel werden. Und so soll die App eigentlich funktionieren: Einfach einen QR-Code von der Einrichtung, in der man einkaufen oder die man besuchen möchte, mit dem Smartphone einscannen und abspeichern. Falls sich herausstellt, dass man zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit einer mit Corona infizierten Person zusammengetroffen ist, bekommt man eine Warnung aufs Telefon. Zudem soll die Luca-App mit den Gesundheitsämtern verbunden sein, die als einzige die Daten auslesen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 08.04.2021 | 09:30 Uhr

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