Stand: 05.05.2020 14:55 Uhr

Mehr Abstand bitte! Radfahrer testen Pool-Nudeln

Eine Radfahrerin hat an den Gepäckträger eine Poolnudel angebracht, um den Mindestabsatnd beim Überholen zu demonstrieren. © NDR Foto: Britta Nareyka
Zweckentfremdet: Der ADFC Osnbarück hat mit Pool-Nudeln auf die neuen Abstandsregeln im Straßenverkehr aufmerksam gemacht.

Sogenannte Pool-Nudeln kennt man eigentlich aus dem Schwimmbad. Die langen, biegsamen Schaumstoffschlangen werden vor allem als Hilfsmittel bei der Wassergymnastik und auch beim Schwimmenlernen verwendet. Doch sie lassen sich auch ganz anders nutzen: zum Beispiel auf dem Fahrrad. Die Mitglieder vom ADFC Osnabrück nutzen die Schwimmgeräte für eine besondere Aktion: Damit wollen sie auf die neuen Abstandsregeln der Straßenverkehrsordnung hinweisen, die jetzt vor gut einer Woche in Kraft getreten sind. Das berichtet NDR 1 Niedersachen.

Experiment im Berufsverkehr

Den Radlern geht es dabei um ihre eigene Sicherheit. Und die kann nur gewährleistet werden, wenn die Autos mit ausreichend Abstand überholen. Die ADFC-Mitglieder haben die Schaumstoffschlangen im Osnabrücker Feierabendverkehr getestet. Dabei ergab sich ein skurriles Bild. Fünf Radfahrer hatten ihre Gepäckträger mit bunten Poolnudeln präpariert. Ein Ende ist mit Kabelbindern am Rad festgemacht, das andere ragt gut eineinhalb Meter in den Straßenverkehr. Sinn und Zweck des Ganzen erklärte im Anschluss Heike Brandl vom ADFC.

Größeres Sicherheitsgefühl

"Wir wollen, dass man uns auch mit dem Sicherheitsabstand überholt, der uns zusteht, jetzt auch per Gesetz. Viele schauen mich sehr ratlos an, manche Autofahrer sind genervt, man merkt das. Aber der Überholabstand ist einfach genial, man fühlt sich sehr viel sicherer damit", so Brandl.

Mehr Abstand vorgeschrieben

Vorgeschrieben ist in der neuen Straßenverkehrsordnung ein Überhol-Abstand von 1,50 Meter innerorts. Außerorts sind es sogar zwei Meter. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, finden die ADFC-Mitglieder. Mehr aber auch nicht, denn ein konkretes Bußgeld ist bisher nicht vorgesehen, so Vorsitzender Uwe Schmidt: "Wir hätten uns da natürlich gewünscht, dass man ganz klar sagt: 'Okay, du fährst zu knapp vorbei und es gibt dafür auch Zeugen und es kostet jetzt für dich meinetwegen 70 Euro, weil es eben auch eine Verkehrsgefährdung ist'", erklärt Schmidt.

Autofahrer offenbar beeindruckt

Wie gefährlich es im Straßenverkehr für Radfahrer sein kann, hat Volkmar Seliger schon häufiger erlebt. "Ich hatte mehrere Male einen Außenspiegel am linken Ellenbogen und das ist dann etwas, wo man sich sehr erschreckt. Der Fahrer ist dann weg und man selber steht da mit Herzklopfen und muss sich erstmal beruhigen", sagt Seliger. Bei der Testfahrt ließen sich die Autofahrer laut ADFC von den bunten Pool-Nudeln tatsächlich beeindrucken. Die meisten nahmen Rücksicht und überholten mit ausreichend Abstand. Der ADFC plant weitere Aktionen - natürlich mit Nudel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 06.05.2020 | 17:00 Uhr

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