Stand: 22.01.2018 20:30 Uhr

Tod auf Malta: Fall wird neu aufgerollt

Im Fall des im Sommer 2016 auf Malta gestorbenen 17-jährigen Mike Mansholt aus Oldenburg soll es neue Ermittlungen geben. Eine Richterin auf Malta ordnete auf Anweisung des Justizministeriums an, den Fall neu aufzurollen. Das berichtet die "Times of Malta". Der junge Mann war tot an Maltas höchsten Klippen, den Dingli-Klippen, gefunden worden. Die Umstände des Todes sind immer noch unklar.

Neue Untersuchung mit gleicher Richterin

Der Vater des 17-Jährigen, Bernd Mansholt, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), er sei über die neue Entwicklung informiert worden. Die Untersuchungsrichterin werde nun vermutlich die medizinischen Gutachter und Experten noch einmal unter Eid vernehmen, und er hoffe, dass auch die Mediziner aus Deutschland Gehör fänden. Mansholt bedauerte, dass erneut dieselbe Richterin beauftragt worden sei, die bereits ganz zu Anfang das Verfahren geführt habe. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn jemand anderes mit der Untersuchung betraut worden wäre. Die Richterin habe das Verfahren "viel zu früh und nur halb bearbeitet" eingestellt und sei Zeugenhinweisen nicht nachgegangen, beklagte Mansholt.

Wo sind die Organe?

Der Fall ist mysteriös: Zwar war die Leiche von Mike Mansholt in einer Felsspalte gefunden worden. Doch weder an dem Körper, noch an dem Fahrrad, das neben ihm gefunden wurde, fanden sich Anzeichen eines Sturzes. Als die Leiche schließlich nach Deutschland gebracht wurde, fehlten zudem mehrere Organe. Einen Organspendeausweis hatte er jedoch nicht. Dieser wäre auf Malta zur Entnahme nötig gewesen. Laut den maltesischen Behörden sollen die Organe von Nagetieren gefressen worden sein. Doch dafür fanden sich bei einer Obduktion in Deutschland keine Hinweise.

Anzeige gegen Gerichtsgutachter

Bernd Mansholt versucht seit dem Tod seines Sohnes herauszufinden, was passiert ist. Ende vergangenen Jahres stellte er eine Anzeige gegen einen maltesischen Gerichtsgutachter. "Es scheint so, als ob die Organe des verstorbenen Sohnes vom Körper gestohlen und ohne die Erlaubnis der Familie entnommen wurden", heißt es in der Anzeige.

Belohnung für Hinweise

Außerdem hatte der Vater bereits eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt - für denjenigen, der den noch verschwundenen Rucksack seines Sohnes findet. Weitere 10.000 Euro will Mansholt für Hinweise auf die Todesumstände zahlen.

Weitere Informationen

Tod des Sohnes auf Malta: Vater erstattet Anzeige

Sein Sohn ist unter mysteriösen Umständen auf Malta ums Leben gekommen - jetzt hat der Vater des Oldenburgers Anzeige erstattet. Die Erklärungen eines Gutachters hätten keinen Sinn ergeben. (21.12.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.01.2018 | 15:00 Uhr

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