Stand: 07.05.2020 21:10 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

"Mein Schiff 3": Infizierte in Klinik-Quarantäne

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Die infizierten Besatzungsmitglieder der "Mein Schiff 3" sind in ein Krankenhaus in Geestland eingeliefert worden.

Die mit dem Coronavirus infizierten Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs "Mein Schiff 3" sind am Donnerstag auf die Quarantänestation einer Klinik nach Geestland (Landkreis Cuxhaven) gebracht worden. "Sie werden dort in Isolation untergebracht und versorgt", teilte TUI Cruises mit. Den acht Patienten gehe es gut, sie seien ohne Symptome.

Corona-Patienten verlassen "Mein Schiff 3"

Hallo Niedersachsen -

Seit mehr als einer Woche liegt das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" mit TUI-Crewmitgliedern unter Corona-Quarantäne in Cuxhaven. Nun dürfen die Infizierten das Schiff verlassen.

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Neun von 2.900 Besatzungsmitgliedern positiv getestet

Auf dem Schiff wurden inzwischen alle der rund 2.900 Crewmitglieder auf das Coronavirus getestet. Insgesamt ist laut TUI Cruises bei neun Menschen der Test positiv ausgefallen. Das am 30. April positiv getestete Besatzungsmitglied, das sich weiterhin auf der Isolierstation der Helios Klinik Cuxhaven befinde, sei mittlerweile symptomfrei, sagte Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises. In der vergangenen Woche war das erste Besatzungsmitglied positiv auf Corona getestet worden.

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02:45
NDR Fernsehen: Hallo Niedersachsen

Crew von "Mein Schiff 3" muss an Bord ausharren

05.05.2020 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Hallo Niedersachsen

Nach acht positiven Corona-Tests müssen rund 2.900 Besatzungsmitglieder der TUI-Flotte weiter auf dem Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" bleiben, das derzeit in Cuxhaven liegt. Video (02:45 min)

Heimflüge ab Freitag geplant

Die Reederei hat Rückflüge für rund 1.200 gesunde Menschen geplant. Am Freitag und am Montag sollen Charter-Flüge in die Ukraine und nach Indonesien starten. Die Reederei will an diesem Zeitplan festhalten, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Außerdem steht ein weiterer Charter-Flug für Besatzungsmitglieder aus Tunesien, der Türkei und Mauritius an. Darüber hinaus seien auf einem Linienflug Plätze für die chinesischen Besatzungsmitglieder gesichert worden. Nach Angaben des Landkreises Cuxhaven haben etwa 110 Crewmitglieder das Schiff bereits am Donnerstag vergangener Woche verlassen, um in ihre Heimatländer zu reisen. Sie seien kontaktiert und angewiesen worden, sich gemäß den gesetzlichen Vorschriften in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben.

Seemannsmission warnt vor Konflikten

Die Seemannsmission hat unterdessen eine schnelle Hilfe für die 2.900 Besatzungsmitglieder verlangt. Ihre Nerven lägen blank, sagte der Sprecher der Seemannsmission, Markus Wichmann, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch wenn zielstrebig daran gearbeitet werde, die Menschen von Bord zu holen, sei die Situation kritisch, so Wichmann. Etliche Menschen seien seit neun Monaten ohne Unterbrechung auf See. Auf dem Schiff befänden sich Menschen aus 73 Nationen. "Seeleute sind eigentlich Experten, wenn es darum geht, Streit unter unterschiedlichen Nationen aus dem Weg zu gehen", erläuterte er.

Doch in der Enge an Bord seien Konflikte kaum zu vermeiden. Die Polizei habe bereits Randalierern an Bord Einhalt gebieten müssen. Vor allem hätten die Menschen an Bord Angst vor einer Ansteckung, so Wichmann. Um den Menschen einen Kontakt zu ihren Verwandten in der Heimat zu ermöglichen, hat die Seemannsmission nach eigenen Angaben Telefonkarten mit Datenvolumen verteilt.

"Mein Schiff 6" sollte Gesunde aufnehmen

TUI Cruises wollte die nicht infizierten Besatzungsmitglieder eigentlich am Dienstag auf das Schwesterschiff "Mein Schiff 6" holen, das dazu in Cuxhaven festmachen sollte. Dort sollten die rund 2.900 Menschen in Einzelkabinen untergebracht werden. Dann verwarf die Reederei diesen Plan aber wieder. Angesichts von zurzeit 250 Besatzungsmitgliedern auf "Mein Schiff 6" hätte die Versorgung der Kollegen nicht gewährleistet werden können, hieß es. Die "Mein Schiff 6" bleibe jedoch in der Elbmündung vor Anker, während die Reederei mit den Behörden die nächsten Schritte berate.

TUI Cruises hatte "Mein Schiff 3" als eine Art "Sammeltaxi" für die Besatzungsmitglieder der TUI-Flotte im Mittelmeer und auf den Kanarischen Inseln eingesetzt. Am 28. April legte das Schiff in Cuxhaven an, von wo aus die Crew-Mitglieder in ihre jeweiligen Heimatländer zurückreisen sollten.

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Corona auf "Mein Schiff 3": Situation angespannt

02.05.2020 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Hallo Niedersachsen

Über die "Mein Schiff 3" am Cuxhavener Steubenhöft ist eine Quarantäne verhängt worden. Das erkrankte Besatzungsmitglied zeigt bisher einen milden Verlauf der Corona-Infektion. Video (02:11 min)

Mobiliar auf Schiff zerschlagen

Am Sonnabend mussten nach NDR Informationen Polizeibeamte aus Cuxhaven auf das Schiff, weil Mobiliar zerschlagen wurde. Crew-Mitglieder beklagten dazu gegenüber dem NDR "knastähnliche Zustände" in den teils fensterlosen Kabinen, andere berichteten von psychischen Problemen, weil sie seit mehr als 50 Tagen nicht mehr an Land waren. Viele haben zudem keine gültigen Arbeitsverträge mehr. Die Kellner beispielsweise bekommen seit Wochen keinen Cent Lohn, sondern nur noch Essen. Viele der Beschäftigten wollen ihren Lohn jetzt per Sammelklage einfordern. "Wir wissen, dass die Stimmung an Bord durchaus angespannt ist", sagte eine Sprecherin der Reederei TUI Cruises.

Weitere Informationen

"Mein Schiff 3": Sieben weitere Corona-Fälle

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"Mein Schiff 3": Crew-Mitglied an Corona erkrankt

Ein Crew-Mitglied an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" ist mit dem Coronavirus infiziert. Das Schiff liegt in Cuxhaven und wurde nun unter Quarantäne gestellt. (02.05.2020) mehr

"Mein Schiff 3" bringt TUI-Crews nach Cuxhaven

Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" hat am Dienstag in Cuxhaven festgemacht. An Bord waren Crewmitglieder anderer TUI-Schiffe. Sie sollen nun in ihre Heimatländer zurückkehren. (28.04.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.05.2020 | 19:00 Uhr

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