Stand: 06.02.2019 16:58 Uhr

"MSC Zoe": Mehr Container verloren als bekannt

Die "MSC Zoe" ist nach der Havarie vor mehr als einem Monat in Danzig angekommen.

Das Containerschiff "MSC Zoe" hat offenbar mehr Ladung verloren als zunächst gemeldet. Das Ministerium für Verkehr und Wasserwirtschaft der Niederlande in Den Haag teilte am Mittwoch mit, dass sich die Zahl der durch die Havarie am 2. Januar über Bord gegangenen Container auf mindestens 345 erhöht habe. Bisher waren die Verantwortlichen von 291 Behältern ausgegangen. Die Reederei "Mediterranean Shipping Company" ("MSC") mit Sitz in Genf hatte dem Ministerium die neuen Zahlen mitgeteilt.

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Eine abschließende Zahl wird nächste Woche bekannt gegeben

Dem Unternehmen war die Diskrepanz offenbar jetzt erst im Zielhafen Danzig aufgefallen. Nach dem Unfall auf hoher See hatte das Schiff einen Teil der Ladung in Bremerhaven gelöscht und war dort repariert worden. Mitte Januar setzte der Frachter seine Fahrt dann nach Polen fort. Vergangenes Wochenende wurden dort die übrigen Container von Bord gehoben. Dabei stellte sich heraus, dass mindestens 54 weitere Behälter vermisst werden. In der nächsten Woche ist eine Liste mit den endgültigen Zahlen zu erwarten. Unter den noch vermissten Behältern sind auch zwei Container, die Gefahrgüter enthielten.

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Bergung in deutschen Gewässern gestaltet sich schwierig

Über den Fortgang der Bergung gibt es unterschiedliche Bewertungen. Während die Niederländer nach eigenen Angaben gut vorankommen, sind die deutschen Behörden nicht zufrieden. Das niederländische Ministerium für Verkehr und Wasserwirtschaft gab an, alle Objekte auf dem Meeresboden verortet zu haben. Die Erforschung mit Sonargeräten vor der Emsmündung sowie nördlich der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling sei abgeschlossen. Anders stellt sich die Situation in deutschen Gewässern dar. Die vor der Insel Borkum gesunkenen Container sind noch nicht lokalisiert. Eine unbekannte Anzahl soll vor der Insel und in der Nähe des Offshore-Windparks Riffgat liegen. Die deutschen Behörden forderten daher von den niederländischen Kollegen erneut eines der Bergungsschiffe an. Deutsche Fischer befürchten eine unkontrollierte Verteilung von Bruchstücken und Müll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 06.02.2019 | 16:30 Uhr

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