Eine ältere Dame betritt das Impfzentrum Landkreis Friesland. © Picture Alliance Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Impfskandal in Schortens: Betroffene erhalten 208.000 Euro

Stand: 31.12.2021 09:02 Uhr

Nach dem Corona-Impfskandal in Schortens wurden bislang rund 208.000 Euro an Entschädigungen ausgezahlt. Das teilte der Landkreis Friesland mit. Die Summe könnte aber noch deutlich ansteigen.

Nach dem Impfskandal in Schortens war bei Tausenden unklar, ob sie eine Impfung gegen das Coronavirus oder eine nutzlose Spritze mit Kochsalz-Lösung erhalten hatten. Von den insgesamt 10.183 potenziell Betroffenen haben sich bislang offenbar nur etwas mehr als die Hälfte um Entschädigungen bemüht. 5.852 Anträge seien bislang gestellt und bewilligt worden, teilte die Kreisverwaltung mit. 93 weitere befanden sich noch in der Bearbeitung, da Unterlagen nachgereicht werden mussten. Laut dem Landkreis werden vereinzelt weitere Anträge auf Entschädigungen eingereicht.

35 Euro für eine Impf-Wiederholung

Mitte September hatten der Landkreis und das Land Niedersachsen wegen der möglichen Impfungen mit Kochsalzlösung einepauschale Aufwandsentschädigung zugesprochen. Demnach sollten diejenigen, die wegen der Vorfälle eine Impfung wiederholen müssen, 35 Euro erhalten. Wer zweimal nachgeimpft werden muss, sollte 50 Euro bekommen. Dafür mussten die Betroffenen einen Antrag stellen. Die Kosten übernimmt das Land, die Auszahlung erfolgt über den Landkreis.

Ermittlungen gegen Krankenschwester dauern an

Die Nachimpfungen waren nötig geworden, weil eine ehemalige Krankenschwester in dem Impfzentrum unwirksame Kochsalzlösung verimpft haben soll. Die Frau hatte im Frühjahr berichtet, dass ihr eine Ampulle Wirkstoff heruntergefallen sei und sie daher nur Kochsalzlösung in Spritzen aufgezogen hatte. Bestätigt ist das für sechs Spritzen, doch es soll noch mehr Fälle geben - die Ermittlungen gegen die ehemalige Krankenschwester dauern an.

8.000 Betroffene holten Impfung im Impfzentrum nach

Ab August waren wurden knapp 10.000 Menschen erneut aufgerufen, sich impfen zu lassen, weil nicht sicher war, wer während der Tätigkeit der verdächtigen Krankenschwester tatsächlich Impfstoff bekommen hat und wer nicht. Rund 8.000 der Betroffenen hätten weitere Impfungen über ein Impfzentrum erhalten, teilte der Landkreis nun mit. Wie viele Menschen sich nach dem Vorfall nicht nachträglich noch einmal impfen ließen oder aber Nachholimpfungen in Arztpraxen bekamen, ist laut Kreisverwaltung nicht bekannt.

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