Stand: 21.06.2019 23:53 Uhr

Die "Gorch Fock" schwimmt wieder

Nach mehr als drei Jahren im Trockendock ist das Marineschulschiff "Gorch Fock" am Freitag zu Wasser gelassen worden. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) war nach Bremerhaven gereist, um das Ausdocken mitzuerleben. Schließlich ist es auch für sie als Ministerin ein Erfolg.

"Gorch Fock" verlässt Bredo-Werft

Geld ist versickert

Erst am Donnerstag hatten sich Werft und Ministerium darauf geeinigt, dass der Großsegler wie geplant ausgedockt wird. Die Bredo-Werft in Bremerhaven wollte das Schiff zunächst als Pfand behalten. Damit wollte sie erreichen, dass der Bund 5,1 Millionen Euro aus offenen Rechnungen überweist. Der Bund hatte dies abgelehnt mit der Begründung, für die erbrachten Leistungen bereits Geld an die Elsflether Werft überwiesen zu haben. Doch die ist insolvent. Zudem sollen die ehemaligen Vorstände der Werft Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Das Geld hat die Bredo-Werft also nicht gesehen.

Marine entscheidet über weiteres Vorgehen

Die Werft will nun vor Gericht ziehen, um noch offene Forderungen geltend zu machen. Für von der Leyen ist das Ausdocken dennoch ein wichtiger Schritt. Denn ihr Ministerium ist mitverantwortlich dafür, dass die Kosten für die Sanierung explodiert sind - von zehn Millionen auf bislang 70 Millionen Euro. Es könnten aber auch 135 Millionen Euro werden. Fertig ist das 61 Jahre alte Schulschiff nämlich noch nicht. Am Freitagvormittag zeigte sich, warum: Momentan ist nur der seit Januar 2016 neu aufgebaute Rumpf vorhanden. Mast und Aufbauten fehlen noch. Über das weitere Vorgehen muss nun die Marine entscheiden. Nach NDR Informationen soll die "Gorch Fock" in einem Dock der Fassmerwerft in Berne im Landkreis Wesermarsch weiter instandgesetzt werden.

Die Mannschaft der "Gorch Fock" an der Relling des Schiffs.

Segelschulschiff "Gorch Fock" dockt aus

Hallo Niedersachsen -

Drei Jahre lang hatte die "Gorch Fock" im Trockendock der Bredo-Werft gelegen, nun wurde sie zu Wasser gelassen - im Beisein von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

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"Kein Rechtsstreit auf dem Rücken der Belegschaft"

Nicht nur für von der Leyen, auch für die insolvente Elsflether Werft ist die Einigung vom Donnerstag ein positives Signal. Denn ohne das Ausdocken wäre wohl das gesamte Projekt gescheitert. Und damit wären die Existenz des Unternehmens und der Erhalt der Arbeitsplätze fraglich gewesen, was für die Bredo-Werft nach eigenen Angaben letztlich den Ausschlag für die vorläufige Einigung mit dem Bund gab. "Wir wollen diesen Rechtsstreit nicht auf dem Rücken der Belegschaft der Elsflether Werft austragen", sagte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms. Der Generalbevollmächtigte der Elsflether Werft, Tobias Brinkmann, sagte am Freitag, dass er es der Bredo-Werft hoch anrechne, dass sie das Ausdocken ermöglicht habe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.06.2019 | 09:00 Uhr

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