Zwei Fischer holen an Bord ihres Kutters Stellnetze mit Hering ein. © dpa picture alliance Foto: Christian Charisius

Brexit-Deal: Fischer fürchten um Fanggründe in der Nordsee

Stand: 28.12.2020 15:29 Uhr

Deutsche Fischer zeigen sich äußerst unzufrieden mit dem Brexit-Abkommen. Sie fürchten um Fanggründe für die Schwarmfischerei in der Nordsee.

Die Kürzungen der Heringsfangquoten, vor allem aber der Verlust eines Drittels der Makrelenfänge treffe die verbliebenen drei deutschen Schwarmfischer hart. Uwe Richter, Vorsitzender des Verbands der deutschen Hochseefischerei, nannte den Brexit-Vertrag im Gespräch mit dem NDR "ein Desaster für die Makrelenfischerei."

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Ostseefischer zeigt gefangene Heringe. © dpa Foto: Stefan Sauer

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25 Prozent weniger Fischfang in britischen Gewässern

Den Brexit- Vertrag habe man bislang nur grob lesen können, die abschließende Prüfung stehe noch aus, so Richter. Anders als erwartet müsse die deutsche Fischerei jetzt jedoch statt mit Kürzungen von 15 bis 18 Prozent sogar mit 25 Prozent weniger Fischfang innerhalb der britischen Gewässer zurechtkommen. Dies sei zwar gestaffelt auf fünfeinhalb Jahre - wie es langfristig weitergehe, sei aber offen. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach von "schmerzhaften Einschnitten" und versprach den deutschen Fischern Unterstützung.

Cuxhaven: Hoffnung auf Verhandlungen mit Norwegen

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, kommt es für die Flotte der Cuxhavener Seelachsfänger jetzt besonders auf Verhandlungen zwischen Norwegen und der EU über Fangrechte vor der norwegischen Küste an, die bis zum Brexit-Deal auf Eis gelegen hatten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.12.2020 | 14:00 Uhr

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