Sendedatum: 14.05.2013 21:15 Uhr  - Panorama 3  | Archiv

Zweifelhafter Protest: Verhindern Bürger Asyl-Unterkunft?

von David Hohndorf & Linda Luft

Undeloh ist ein beschauliches Heide-Örtchen mit 400 Einwohnern. Wäre es nach dem Landkreis gegangen, sollten im Laufe des Jahres 29 hinzukommen - Asylbewerber, untergebracht in einem ehemaligen, extra für diese Zwecke umzubauenden Café im Ort.

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Doch in Undeloh regte sich bald nach dem Bekanntwerden der Pläne Widerstand. In einer Gemeinderatssitzung wurde offen gegen "Dunkelhäutige" und "Frauen mit Kopftuch" Stimmung gemacht. Und auch die Panorama 3-Reporterin traf im März diesen Jahres auf Ablehnung: "Es wäre doch auch mal interessant zu wissen, was für Leute da kommen. Sind das alles junge Männer oder was ist das? Das Dorf hat  ja auch seine Bewohner mit vielen jungen Mädchen und Frauen, also ich finde das nicht so ideal". 

Fehlt die nötige Infrastruktur?

Auch die Angst vor Einbrüchen, vor Menschen, die den ganzen Tag auf der Straße herumlaufen, bekam die Reporterin zu spüren. Das zentrale Argument des Undeloher Gemeinderats gegen die Asyl-Unterkunft lautete: Es fehle die nötige Infrastruktur aus Einkaufsmöglichkeiten und einer regelmäßigen Bus-Anbindung. Doch der Landkreis konterte: Man plane einen Fahrdienst in den nächstgrößeren Ort und ausreichende Betreuung vor Ort. Es werde eine gute Lösung für Undeloh geben.

Hanstedt die "bessere Alternative"

Rainer Kaminski vom Landkreis Harburg
Rainer Kaminski vom Landkreis Harburg hält Hanstedt für die "bessere Alternative".

Und eine Lösung gibt es jetzt - wenn auch ganz anders als erwartet. Denn jetzt sollen die Asylbewerber nicht mehr nach Undeloh, sondern ins benachbarte Hanstedt ziehen. "Wir haben zum ersten Zeitpunkt über die Unterkunft in Undeloh gesprochen und gesagt, dass das Gebäude gut genutzt werden kann. Zu diesem Zeitpunkt stand die Alternative Hanstedt noch nicht im Raume. Aber als sie dann im Raum stand, konnte ich vergleichen und dann haben wir uns für die bessere Alternative entschieden", so Rainer Kaminski vom Landkreis Harburg heute. Die abweisende Haltung vieler Undeloher hätte bei dieser Entscheidung allerdings keine Rolle gespielt.

Undeloh ist vom Tisch - und das bleibt es wohl auch. Obwohl der Landkreis noch viel mehr Asylbewerber in diesem Jahr unterbringen muss. Derzeit sucht man geeignete Immobilien sogar über die Lokalpresse - überall, nur nicht in Undeloh.

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 14.05.2013 | 21:15 Uhr

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