Stand: 19.04.2019 08:00 Uhr

Was macht eigentlich ... Känguru "Viggo"?

Wo ist eigentlich "Viggo"? Die Spur des Kängurus verliert sich in einer Wildtierstation. Sein jetziger Aufenthaltsort: geheim!

Wo ist eigentlich "Viggo"? Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Im Mai 2018 war das Känguru seiner Ziehfamilie aus Bergen (Landkreis Celle) wegen "tierschutzwidriger Haltung" entzogen worden. Anschließend war es in der Wildtierstation Sachsenhagen untergebracht worden. Dort verliert sich seine Spur. "Ich darf nicht sagen, wo sich das Tier jetzt aufhält", sagt Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation, auf Nachfrage von NDR.de. "Viggo" sei inzwischen in einem Tierpark untergebracht, wo es ihm sehr gut gehe. "Das Tier lebt dort unter Artgenossen", so Brandes. Auch die ehemalige Ziehfamilie wisse nicht, in welchem Tierpark "Viggo" zu finden ist. "Der Tierpark möchte keine Aufregung um das Känguru", so der Stationsleiter. Daher gebe es auch keine Besuche der Familie. "Aber ein Känguru ist nicht vergleichbar mit einem Hund, der sein Herrchen vermisst", sagt Brandes. Für "Viggo" sei vor allem eine artgerechte Haltung wichtig.

Nach dem Tod der Mutter mit der Flasche aufgezogen

Das Bennett-Wallaby "Viggo" war nach dem Tod seiner Mutter von der Familie aus Bergen mit der Flasche aufgezogen worden. Drei Jahre lang hatte "Viggo" in ihrem Garten gelebt. Im Mai 2018 wurde das Tier der Familie jedoch auf Anordnung des Veterinäramts Celle entzogen und in der Wildtierstation untergebracht. Die Besitzer mussten das Tier unentgeltlich an die Station abtreten. Gegen beide Maßnahmen stellte "Viggos" Zieh-Familie Eilanträge, die dann vom Gericht abgelehnt wurden.

Tierärztin: Viggo wurde vernachlässigt

Das Veterinäramt hatte unter anderem gefordert, dass die Familie das Känguru in einem mindestens 200 Quadratmeter großen Gehege halten und einen Artgenossen für "Viggo" finden soll. Das Verwaltungsgericht kam nach Darstellungen der Amtstierärztin zu dem Schluss, dass "Viggo" vernachlässigt worden sei. In der Mitteilung des Gerichts hieß es wörtlich:

"Die Amtstierärztin ist zu dem Ergebnis gekommen, dass durch die Haltung die Gefahr bestehe, Leiden bei dem Känguru hervorzurufen, weil dieses aufgrund des zu kleinen und nicht bedürfnisgerecht strukturierten Geheges nicht die Möglichkeit habe, sein artgemäßes Bewegungs-, Komfort- und Ruheverhalten auszuüben."

"Viggo" kann überall sein

Ob sich der Tierpark, in dem "Viggo" heute lebt, in Niedersachsen befindet, will Florian Brandes von der Wildtierstation Sachsenhagen auch nicht verraten. Das Tier kann demnach überall sein. Wann immer Sie in einem Tierpark also ein Känguru sehen - es könnte "Viggo" sein. Erkennen werden Sie ihn aber vermutlich nicht. Laut Brandes verhält er sich "völlig unauffällig".

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.08.2018 | 14:30 Uhr

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