Stand: 30.05.2018 11:40 Uhr

Stader Land: Rasensprenger-Verbot bis Montag

Die Bürger im Stader Land dürfen auch in den kommenden Tagen keine Autos waschen, private Schwimmbecken befüllen oder Rasensprenger in ihrem Garten betreiben. Lediglich das Bewässern des Gartens mit der Gießkanne bleibt erlaubt. Wegen Hitze und Trockenheit hatte der örtliche Trinkwasserverband die Nutzung von Wasser aus der öffentlichen Versorgung eingeschränkt. Bei einem Verstoß droht ein Bußgeld. Nach Angaben von Geschäftsführer Fred Carl bleibt das Verbot auf jeden Fall noch über das Wochenende bestehen.

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Fünf Fragen und Antworten zum Trinkwassermangel

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Wasch- und Melkmaschinen streiken

Zuletzt hatte der Wasserversorger 1994 zu solchen Maßnahmen gegriffen. Grund für das Verbot: Am Wochenende war die Trinkwasserversorgung teilweise zusammengebrochen. In Hunderten Haushalten im Landkreis Stade war daraufhin kein oder nur noch tröpfchenweise Wasser aus dem Hahn geflossen. Besonders betroffen war die Samtgemeinde Harsefeld. Probleme gab es nicht nur in den privaten Haushalten, wo Wasch- und Spülmaschinen stillstanden. Auf einigen Bauernhöfen konnten die Tiere nicht mehr getränkt werden. Außerdem liefen die Melkanlagen ohne Wasser nicht an. Betroffen waren laut Wasserverband vor allem Wohngebiete, die am Ende der oftmals langen Leitungen zwischen den einzelnen Ortschaften liegen. Bei starker Nachfrage, vor allem am Abend, reiche hier der Druck in den Leitungen nicht aus, hieß es.

Erste Lehren gezogen

Aufgrund der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) kann der öffentliche Wasserversorger in solchen Fällen die Wassernutzung einschränken. Damit sollen weitere Trinkwasserengpässe verhindert werden. Im Stader Land scheint das Verbot zu fruchten: "Die Menschen halten sich daran", so Wasserverbands-Geschäftsführer Carl. Zuletzt sei die Wasserversorgung daher nicht mehr zusammengebrochen. Am Mittwochvormittag habe es zudem kurz geregnet. Dennoch werde man das Verbot sicherheitshalber über das Wochenende aufrechterhalten, sagte Carl. Und auch die tägliche Krisensitzung finde weiter statt - "auch wenn die heute sehr schnell vorbei war". Erste Lehren habe man aus der Situation am vergangenen Wochenende bereits gezogen. "Wir haben unter anderem festgestellt, dass am Wochenende zu wenige Mitarbeiter auf unsere Homepage zugreifen können. Das haben wir jetzt geändert", sagt Carl. Künftig könnten die Verbraucher im Internet nun schneller über Netzprobleme informiert werden.

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Harte Zeiten für Landwirte

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer könnten die ungewöhnliche Wärme und Trockenheit für die Landwirte dramatische Folgen haben. Schon jetzt müssten sie wegen der geringen Regenmenge Kartoffeln und Zuckerrüben bewässern, sagte ein Sprecher. Außerdem drohe beim Getreide eine magere Ernte. Ob die zusätzlichen Kosten und geringeren Erträge durch höhere Preise ausgeglichen werden könnten, sei fraglich. Getreide werde am Weltmarkt gehandelt, wo sich die Preise letztlich über Angebot und Nachfrage bildeten.

Wasserverbrauch in anderen Städten

  • Einen Rekordverbrauch von Wasser hat Hannover am Montag vermeldet: Nach Angaben des Versorgers enercity wurden knapp 161 Millionen Liter verbraucht. Das sei der höchste Tagesverbrauch seit 2006 und der höchste Wert, der in den vergangenen 25 Jahren an einem Mai-Tag gemessen wurde.

  • In Hildesheim sei der Verbrauch besonders an den Abenden gestiegen, sagte Stadtwerke-Sprecherin Katrin Groß. "Es ist zu vermuten, dass die Extra-Dusche nach einem heißen Tag und die zusätzliche Bewässerung von Pflanzen im Garten der Grund sind."

  • In Osnabrück haben die Einwohner am Montag mehr Wasser verbraucht als an jedem anderen Tag dieses Jahres, sagte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. "Wir sind aber noch weit entfernt von Spitzenwerten aus anderen Jahren."

  • Der Wasserverbrauch in Wolfsburg habe am vergangenen Wochenende rund 40 Prozent höher gelegen als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr, teilte eine Sprecherin des Versorgers LSW Netz mit.

  • Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), der den Nordwesten versorgt, lieferte am Sonnabend rund 301 Millionen Liter Trinkwasser aus. Damit wurde fast der Rekord aus dem Juli 2015 erreicht, als gut 311 Millionen Liter verbraucht wurden. "Die Versorgung ist aber überall sichergestellt", sagte Sprecher Gunnar Meister. Es könne jedoch vereinzelt zu kurzzeitigen Druckschwankungen und Trübungen des Trinkwassers kommen.

  • In Göttingen hingegen verbrauchten Bürger in den vergangenen Tagen nur ein wenig mehr Wasser, sagte Stadtwerke-Sprecherin Claudia Weitemeyer. "Das ist ganz erstaunlich, das hätte ich anders erwartet."

Im Durchschnitt verbraucht ein Bundesbürger 120 Liter Wasser am Tag. Darin sind Waschen, Kochen, Autowäsche und Pflanzenbewässerung enthalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 29.05.2018 | 14:00 Uhr

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