Frontansicht von Wohnblocks mit Balkonen. © Hellwig TV-Elbnews Produktion

Mutmaßlicher Islamist ist abgeschoben worden

Stand: 10.11.2020 20:33 Uhr

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Islamisten aus dem Raum Lüneburg ist der Verdächtige abgeschoben worden. Der Mann war am Freitag in Gewahrsam genommen worden.

Dieses schnelle Handeln zeige, dass sich der Rechtsstaat zur Wehr setzen könne und keine extremistischen Tendenzen dulde, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag. Er sei dankbar, dass die Sicherheitsbehörden durch ihr konsequentes Handeln einen möglichen islamistisch motivierten Anschlag verhindert hätten. Pistorius dankte auch dem Herkunftsland für die reibungslose Zusammenarbeit und die umgehende Aufnahmebereitschaft. Aus diplomatischen Gründen nannte er keine Einzelheiten und auch nicht die Nationalität des Betroffenen.

Personen aus Umfeld vernommen

Die Polizei hatte Hinweise auf die geplanten Taten des Verdächtigen bekommen und daraufhin am vergangenen Wochenende Gebäude in Drochtersen (Landkreis Stade) und im Raum Lüneburg durchsucht. Der Mann aus Drochtersen war dabei in der Nähe von Lüneburg festgenommen worden. Die Polizei vernahm am Wochenende auch Personen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Gefährders. Diese seien aber auf freiem Fuß, so ein Polizeisprecher. Bei den Razzien seien unter anderem elektronische Medien beschlagnahmt worden.

Kein Zusammenhang mit Anschlag in Wien

Mit Razzien am Freitag unter anderem in Osnabrück gegen Verdächtige aus der Islamisten-Szene, die Kontakt zum späteren Attentäter aus Wien gehabt haben sollen, hatte der Einsatz offenbar nichts zu tun. Derzeit sei kein Bezug ersichtlich, sagte eine Polizeisprecherin NDR.de. Nach dem Anschlag in Österreich hatten Ermittler am Freitag die Wohnungen von vier jungen Männern in Deutschland durchsucht. Sie gelten aber nicht als tatverdächtig. Eine weitere Durchsuchung bei einem mutmaßlichen Salafisten in Bremen gehörte ebenfalls zu diesen Ermittlungen.

Weitere Informationen
Polizisten stehen im Rahmen einer Durchsuchung vor einem Wohnhaus. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Anschlag in Wien: Durchsuchung in Osnabrück und Bremen

Laut Ermittlungsbehörden stehen die drei Männer nicht unter Verdacht. Razzien gab es auch im Kreis Pinneberg und in Kassel. (06.11.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.11.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Eine Projektion an einer Halle von Amazon mit dem Satz: "Damit Black Friday kein düsterer Alltag bleibt. Lieferkettengesetz jetzt!" © Nord-West-Media TV

"Black Friday": Greenpeace protestiert bei Amazon in Winsen

Aktivisten haben mit einer Projektion auf das Logistikzentrum im Landkreis Harburg ein Lieferkettengesetz gefordert. mehr

Hände in grünen Medizinhandschuhen halten ein Fläschchen mit Corona-Impfstoff und eine Impfspritze. © imago images Foto: Christian Ohde

Niedersachsen: Kommunen bereiten Aufbau von Impfzentren vor

Diese sollen laut Gesundheitsminister Spahn Mitte Dezember startbereit sein - dann steht womöglich ein Impfstoff bereit. mehr

Auf einer Luftaufnahme ist die historische Altstadt der Stadt Lüneburg zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Lüneburg: Neuer Anlauf für Bewerbung als Weltkulturerbe?

Sind aller guten Dinge drei? Diese Woche wird entschieden, ob sich Lüneburg zum dritten Mal als Weltkulturerbe bewirbt. mehr

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht vor der Staatskanzlei bei einem Pressestatement zu der bevorstehenden Bund-Länder-Schalte zu Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona-Gipfel: Weihnachten im Fokus der Ministerpräsidenten

Die Länder beraten die Linie für den Gipfel am Mittwoch. "Die Menschen sollen planen können", so Ministerpräsident Weil. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen