Stand: 16.01.2020 07:56 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Misshandlung: Gericht schaltet Gutachter ein

Im Fall eines mutmaßlich misshandelten Babys im Landkreis Harburg hat sich das Amtsgericht Winsen eingeschaltet. Wie der Anwalt der Eltern des Kindes NDR 1 Niedersachsen sagte, hat das Gericht ein Gutachten beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angefordert. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Anfang kommender Woche vorliegen. Nach Angaben des Anwalts soll dann nach einer Anhörung der Eltern entschieden werden, ob das sieben Monate alte Mädchen in einer Pflegefamilie bleibt oder den Eltern zurückgegeben wird.

Starker Verdacht auf Misshandlung

Der Landkreis Harburg hat bislang lediglich mitgeteilt, dass der "starke Verdacht auf eine nicht unerhebliche Kindesmisshandlung" vorliege. In solchen Fällen stehe der Schutz des Kindeswohls an oberster Stelle. Das Baby sei deshalb in Obhut des Jugendamts genommen worden.

Gebrochenes Bein und Schwellungen im Gehirn

Die Eltern des Babys weisen über ihren Anwalt jede Schuld von sich und wollen ihr Kind zurück. Laut dem Anwalt geht es um den Vorwurf, dass das sieben Monate alte Mädchen bereits vor längerer Zeit stark geschüttelt worden sei und dadurch Schwellungen im Gehirn erlitten habe. Zudem sei ein gebrochenes Bein festgestellt worden. Die Eltern könnten sich die schon älteren Blessuren ihrer Tochter nicht erklären, sagte der Anwalt. Das Kind sei mittlerweile bei Pflegeeltern untergebracht worden.

Bulgarische Botschaft schaltet sich ein

Aufgefallen waren die Verletzungen nach einem Autounfall, in den die Familie kürzlich verwickelt war. "Während der Behandlung kam der Verdacht auf, dass das Baby Verletzungen erlitten hat, die mit dem Unfall nichts zu tun haben und schon älterer Natur sind", sagte der Anwalt. Auch die bulgarische Botschaft hat sich eingeschaltet, da die Familie aus Bulgarien stammt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.01.2020 | 06:30 Uhr

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