Stand: 11.04.2019 21:24 Uhr

Kollaps: Ausbilderin akzeptiert Geldstrafe doch

Nach dem Zusammenbruch von vier Offiziersanwärtern im Sommer 2017 bei einem Fußmarsch in Munster im Heidekreis hat die zuständige Bundeswehr-Ausbilderin den gegen sie verhängten Strafbefehl akzeptiert. Das sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Soltau am Donnerstag. Am Tag zuvor hatte die Lüneburger Staatsanwaltschaft den Erlass eines Strafbefehls beantragt, wogegen die Soldatin zunächst Einspruch einlegte. Nun sei sie doch bereit, die Geldstrafe von 3.600 Euro zu akzeptieren, hieß es. Das Schreiben, mit dem der Einspruch zurückgezogen werden soll, wird ab Freitag erwartet.

Fall geht nicht vor Gericht

Nachdem die Frau den Strafbefehl angenommen hat, entspricht dies einem Urteil. Bei einem Einspruch wäre der Fall voraussichtlich vor Gericht gegangen. Die Frau war die Ausbilderin eines Soldaten, der bei dem Übungsmarsch vor knapp zwei Jahren in Munster im Heidekreis zusammengebrochen war. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg sah den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung bestätigt und hatte daraufhin den Strafbefehl beantragt.

Keine strafrechtlichen Konsequenzen nach Soldaten-Tod

Bei dem Fußmarsch 2017 waren während sommerlicher Temperaturen vier Offiziersanwärter kollabiert und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Einer von ihnen, ein 21-jähriger Mann, starb zehn Tage später in der Klinik. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Vorgesetzten und die Ausbilderin wegen fahrlässiger Tötung, fand dafür aber keine Hinweise. Für den Vorgesetzten ergaben sich keine strafrechtlichen Konsequenzen.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 10.04.2019 | 18:00 Uhr

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