Stand: 07.04.2020 11:44 Uhr

In Soltau herrscht Hochbetrieb in der Corona-Krise

von Björn Ahrend
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In Soltau werden beim Unternehmen G.A. Röders Tragarme für Beatmungsgeräte produziert.

Beim mittelständischen Unternehmen G.A. Röders aus Soltau hat die Corona-Krise vieles durcheinander gewirbelt: Mehr als die Hälfte der kaufmännischen Mitarbeiter arbeitet im Homeoffice, die Arbeitsplätze in der Produktion sind auf Abstand aufgebaut, und auch bei den notwendigen Produktionsbesprechungen sitzt man auf Lücke. Doch von Kurzarbeit ist dort derzeit keine Rede - im Gegenteil.

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Bundesregierung hat 10.000 Beatmungsgeräte bestellt

Das Unternehmen, das sich auf Druckgussverfahren unterschiedlichster Materialien spezialisiert hat, ist exklusiver Zulieferer für die Firma Dräger aus Lübeck. Bei der hat die Bundesregierung im März 10.000 Beatmungsgeräte bestellt - und deswegen herrscht auch in der Gießerei in Soltau Hochbetrieb.

Zwei Wochen statt zwölf

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Das Soltauer Unternehmen liefert der Firma Dräger zu, die Beatmungsgeräte herstellt.

"Wir haben mehrere Maschinen in unserer Fertigung umgerüstet, um so schnell wie möglich unsere Teile zuliefern zu können", sagte Geschäftsführer Gerd Röders. Sein Unternehmen stellt eine Aluminium-Halterung her, die aus zwei Teilen besteht und auf der die zentrale Einheit der Dräger-Beatmungsgeräte steht. Statt zehn bis zwölf Wochen soll es nun maximal zwei Wochen dauern, bis die 20.000 Teile fertig sind. Dafür müssen andere Aufträge warten. "Da haben die Auftraggeber glücklicherweise Verständnis gezeigt", so Röders.

Schwierige Zeiten in Sicht

Die Produktion in Rekordzeit sei auch nur deshalb möglich, weil alle Mitarbeiter mitzögen, heißt es von dem Unternehmen. "Viele Mitarbeiter sind motiviert und stolz hier an so wichtigen Produkten mitarbeiten zu können", so Betriebsleiter Oliegard Lemanski. Und das, obwohl G.A. Röders schwierige Jahre hinter sich hat. Denn sonst kommen viele der Auftraggeber des Unternehmens aus der Automobil- und Flugzeug-Branche. "Da gab es viele Krisen, die auch an uns nicht spurlos vorbei gegangen sind", so Geschäftsführer Röders. Auch wenn er sich freut, dass sein Unternehmen derzeit ausgelastet ist, weiß er: Wenn der Auftrag für Dräger abgeschlossen ist, blickt auch G.A. Röders schwierigen Zeiten entgegen.

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