Stand: 19.01.2018 21:29 Uhr

Gutachten der MHH: Birgit M. wurde erschossen

Die vor mehr als 28 Jahren verschwundene Birgit M. aus dem Landkreis Lüneburg ist erschossen worden. Das ist das Ergebnis des Obduktionsgutachtens der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wie die Staatsanwaltschaft Lüneburg mitteilte. Für den Tod der 41-jährigen Frau soll derselbe Mann verantwortlich sein, der 1989 auch zwei Paare im Staatsforst Göhrde umbrachte.

Nach Jahrzehnten wird wieder ermittelt

Die Ermittlungen hatten zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Lange Zeit war M. für die Polizei ein Vermisstenfall gewesen, doch im Herbst 2017 wurden ihre sterblichen Überreste unter einer Garage in Adendorf (Landkreis Lüneburg) gefunden. Dies gelang dank der privaten Nachforschungen von Wolfgang Sielaff, Bruder von M. und ehemaliger Hamburger Landeskriminalamts-Chef. Durch den Fund des Skeletts konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Polizei auch neues Spurenmaterial gesichert werden. Dieses müsse allerdings noch ausgewertet werden, heißt es.

Weitere Informationen

"Göhrde-Mörder" für weitere Taten verantwortlich?

Es scheint sicher: Ein Gärtner, 1993 gestorben, hat vor 28 Jahren zwei Paare in der Göhrde ermordet. Auch Birgit M. soll er 1989 getötet haben - und vermutlich gibt es weitere Opfer. (28.12.2017) mehr

Eine Blutspur belastet den "Göhrde-Mörder"

Das Grundstück in Adendorf gehörte früher dem Gärtner Kurt-Werner W. Dass er der "Göhrde-Mörder" war, scheint sicher. Die Polizei weiß jetzt, dass der Verdächtige zumindest in einem der beiden Doppelmord-Fälle im Auto der Opfer war. Das beweise eine DNA-Spur aus dem Fahrzeug. Nähere Angaben hierzu macht die Polizei derzeit nicht - die Ermittlungen laufen. Dass es einen Zusammenhang mit Birgit M. gibt, zeigten Handschellen aus einem versteckten Raum im Haus von Kurt-Werner W.: Bei einer Analyse im Jahr 2016 wurde darauf Blut von Birgit M. festgestellt.

Tod des Verdächtigen beendete Ermittlungen - vorübergehend

Schon 1993 waren die Handschellen bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt worden. Kurt-Werner W. wurde befragt, wusste wohl, dass er auffliegen würde, und floh. Er wurde in Süddeutschland festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Dort nahm er sich das Leben. Danach geschah lange Zeit gar nichts in Sachen "Göhrde-Morde", denn gegen Tote wird im deutschen Rechtswesen nicht ermittelt. Drei Jahrzehnte später könnten die fünf Morde von 1989 nun doch noch restlos aufgeklärt werden. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass noch jemand zur Rechenschaft gezogen wird: Die Polizei geht davon aus, dass der Mörder einen Komplizen oder zumindest Mitwisser hatte, der noch am Leben ist - und sie hat auch einen Mann im Visier. Nähere Angaben zu der Person gibt es noch nicht.

Weitere Informationen

Kriminalbeamte fordern Teams für Cold Cases

28 Jahre hat die Aufklärung zweier Doppelmorde in der Göhrde gedauert. Zu lange, so der Bund der Kriminalbeamten - er fordert Spezialeinheiten, die an ungeklärten Fällen arbeiten. (03.01.2018) mehr

Wolfgang Sielaff: "Es ist eine Genugtuung"

Zu den Opfern des "Göhrde-Mörders" gehörte Birgit M., die Schwester des ehemaligen Hamburger LKA-Chefs, der privat ermittelte. Wolfgang Sielaff spricht über Hartnäckigkeit, Trauer und Erleichterung. (29.12.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.01.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

00:50
Niedersachsen 18.00

A 2: Fahrbahn muss nach Unfall erneuert werden

16.10.2018 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00
02:33
Hallo Niedersachsen

Neun Verletzte bei Unfall: Fahrer wird gesucht

16.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:10
Hallo Niedersachsen

Hohe Stickoxid-Werte trotz gesperrter Straße

16.10.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen