Stand: 26.05.2019 11:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Für gutes Miteinander: Ameisenbetreuer gesucht

Jörg Beck vor einem Formicarium, einem speziellen Terrarium für Ameisen. Der Experte sagt: "Ameisen sind nützlich."

Wer hätte gedacht, dass es in Deutschland 120 Ameisenarten gibt? Und dass Ameisen überaus nützliche Tiere sind? Viele Menschen stören sich ja an den kleinen Insekten, zumal im Garten oder gar in den eigenen vier Wänden. Damit ein Zusammenleben zwischen Mensch und Ameise möglich ist, gibt es Ameisenberater. Sie sind zuständig für den Schutz und notfalls die Umsiedlung der geschützten Insekten. Ameisenberater werden laufend gesucht, etwa im Landkreis Rotenburg. Angesprochen seien alle Naturinteressierten, sagt Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier. "Für die Ameisenbetreuer werden regelmäßig Schulungen angeboten." Kurse bieten der Förderverein Deutsches Ameisen-Erlebnis-Zentrum (DAEZ) und der Landesverband Niedersachsen der Deutschen Ameisenschutzwarte (DASW).

Waldameisen verbreiten 180 Pflanzenarten

"Wir suchen junge Leute, die uns unterstützen", sagt Jörg Beck. Beck ist Erster Vorsitzender des DAEZ und Geschäftsführer des DASW. Er ist zudem Ameisenschutzbeauftragter für die Landkreise Rotenburg, Verden, Lüneburg und Harburg sowie den Heidekreis. Der Experte erklärt, dass Ameisen wie die Bienen zur Ordnung der Hautflügler gehörten. Und dass sie eben auch besonders nützlich seien und zum Teil streng geschützt. 14 der 120 Ameisenarten bauten Hügel. "Diese hügelbauenden Arten stehen unter besonderem Artenschutz", sagt Beck. Das hat Gründe: Die Waldameisen etwa verbreiteten rund 180 Pflanzenarten - mehr als alle anderen Tierarten zusammen. Die Tiere eines ein Meter hohen Ameisenhügels könnten jeden Tag bis zu 100.000 Insekten vertilgen, die vom Menschen als schädlich eingestuft werden. Nicht zuletzt lockerten Ameisen den Boden auf und dienten vielen anderen Tierarten als Nahrung.

Meist können die Nester bleiben

Viele Argumente für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Ameise. Das merkt auch Landkreis-Sprecherin Huchzermeier an: "Meist können die Nester nach der Beratung und einer entsprechenden Aufklärung an Ort und Stelle bleiben."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.05.2019 | 10:00 Uhr

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