Stand: 30.10.2019 20:45 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Dethlinger Teich: Wie viel Gift schlummert hier?

Mitte September begannen die Vorarbeiten - seit Anfang Oktober wird der sogenannte Dethlinger Teich bei Munster (Heidekreis) geöffnet, auch wenn das etwas seltsam klingen mag. Doch seit 1952 ist der Teich mit einer Deckschicht aus Betonschutt und Boden versiegelt. In dem Gewässer wurden zuvor jahrelang Kampfstoffe versenkt. Im Grundwasser waren zuvor unter anderem Abbauprodukte von Lost gefunden worden, also Senfgas. Nach 1945 wurden in dem Teich unter anderem Munitionsvorräte der Wehrmacht versenkt. Giftgas-Granaten und chemische Kampfstoffe werden auf dem Boden vermutet. Nur: Was dort unten liegt, weiß niemand ganz genau. Experten sollen nun feststellen, welche Gefahren von den Altlasten ausgehen.

Munitionsbergung aus dem Dethlinger Teich

Hallo Niedersachsen -

Der Dethlinger Teich im Heidekreis gilt als eine der größten Kriegswaffen-Halden der Bundesrepublik. Kampfmittel-Experten untersuchen, was genau dort lagert.

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Sanierung könnte bis zu 50 Millionen Euro kosten

Vergleichbares sei in ganz Europa nicht bekannt, hieß es vor dem Start der Arbeiten. "Heute Morgen um kurz vor neun wurde bei den Erkundungsarbeiten am Dethlinger Teich bei Munster die 100. Granate geborgen", teilt der Heidekreis auf seiner Homepage unter dem Datum "28. Oktober" mit. Die Granaten sollen nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen ab kommender Woche analysiert und dann vernichtet werden. Mindestens bis Weihnachten wird die Erkundung wohl weitergehen. Wegen der Arbeiten ist die an dem Gelände vorbeiführende B71 seit Mitte September gesperrt. Eine Gesamtsanierung könnte noch Jahre brauchen und mehr als 50 Millionen Euro kosten, sagte Landrat Manfred Ostermann (parteilos).

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Arbeiten nur bei Westwind

Der Teich hatte einen Durchmesser von rund 60 Metern. Wie weit sein gefährlicher Inhalt genau in den Boden reicht, ist ebenfalls unklar. Für die Arbeiten wurde ein großes Zelt von etwa 600 Quadratmetern am Waldrand zwischen Oerrel und Dethlingen aufgebaut. In dem Zelt befindet sich das Loch in der etwa dreißig Zentimeter dicken Betondecke. Drumherum wurden Splitterschutzmauern und Erdwälle errichtet, ein Notarzt ist vor Ort. Zum Schutz der angrenzenden Ortschaften soll zudem nur bei Westwind gearbeitet werden.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.10.2019 | 19:30 Uhr

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