Stand: 04.07.2018 11:32 Uhr

Auto von AfD-Abgeordnetem im Wendland angezündet

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Das Auto des AfD-Bundestagsabgeordneten Wilhelm von Gottberg ist in Külitz (Lüchow-Dannenberg) von Unbekannten in Brand gesetzt worden.

Unbekannte haben das Auto des AfD-Bundestagsabgeordneten Wilhelm von Gottberg in Külitz (Landkreis Lüchow-Dannenberg) angezündet. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen, wie eine Polizeisprecherin NDR 1 Niedersachsen bestätigte. Das auf dem Grundstück des Politikers stehende Auto wurde nach Angaben der Elbe-Jeetzel-Zeitung" (EJZ) in der Nacht zu Montag angezündet. Der Schaden soll sich allerdings in Grenzen halten, die Zeitung berichtet über "einige hundert Euro": Ein Familienmitglied hatte den Brand demnach frühzeitig entdeckt und das Feuer bereits an den Reifen gelöscht.

Bekennerschreiben veröffentlicht

Auf der Onlineplattform "Indymedia" wurde ein Schreiben zu dem Brandanschlag auf das Auto des Politikers veröffentlicht, das von der Polizei als authentisch bewertet wird. Darin hat sich die "Gruppe Gottberg hurra" zu dem Anschlag bekannt. In dem Schreiben bezeichnen die anonymen Autoren den Politiker als "Holocaustleugner" und "Antisemiten". Ihre Aktion, heißt es in dem Schreiben, sei ein Symbol und solle demonstrieren: "Nazi sein und im Wendland leben - das heißt: lodernde Probleme kriegen." Wer hinter dem Schreiben steckt, ist unklar. Die Polizei hat bislang keine konkreten Hinweise.

Angriff in Göttingen, Schmierereien in Lüneburg

Gottberg hat gegenüber der "EJZ" den Vorwurf zurückgewiesen, ein Holocaustleugner zu sein. Zudem verwies er darauf, nicht der erste AfD-Politiker zu sein, der von einem Brandanschlag betroffen sei. Entsprechende Vorfälle gab es etwa in Hessen, wo im Februar das Auto eines AfD-Vorstandsmitgliedes durch einen Brandanschlag zerstört wurde. Auch in Niedersachsen wurden in den vergangenen Monaten AfD-Politiker angegangen: Im März hatten Vermummte den Landesvorsitzenden der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA), Lars Steinke und einen 24-jährigen Begleiter in Göttingen attackiert und verletzt. Im Dezember hatten Unbekannte die niedersächsische Geschäftsstelle der AfD in Lüneburg mit Farbe und Fäkalien beschmiert. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.

Weitere Informationen

Ermittlungen nach Angriffen auf AfD-Politiker

Die Polizei hat nach dem Angriff auf den AfD-Politiker Steinke Wohnungen in Göttingen durchsucht. Gegen zwei Personen wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. (28.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 04.07.2018 | 11:30 Uhr

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