Die Grafik von infratest dimap zeigt das Ergebnis der Sonntagsfrage zur Landtagswahl 2022 in Niedersachsen an. © infratest dimap

NDR Umfrage: SPD bleibt weiter vor der CDU, Grüne schwächer

Stand: 31.08.2022 06:00 Uhr

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würde die SPD mit 31 Prozent erneut stärkste Kraft im Landtag werden. Und die AKW sollen erst einmal weiterlaufen, sagt eine Mehrheit - auch bei den Grünen.

Nur noch 20 Prozent der Befragten in Niedersachsen sind für die Abschaltung der Atomkraftwerke zum Jahresende - so, wie es der Gesetzgeber festgelegt hat. 42 Prozent der Wahlberechtigten unterstützen stattdessen eine befristete Laufzeitverlängerung um einige Monate, den sogenannten Streckbetrieb. Ein Drittel der Niedersachsen (35 Prozent) zeigt sich darüber hinaus sogar offen für eine langfristige Nutzung der Atomenergie in Deutschland. Selbst bei den Anhängern der Grünen haben die bestehenden Ausstiegspläne keine Mehrheit mehr: 40 Prozent der Grünen-Wähler wollen Atomkraft mindestens zeitweise weiter nutzen, 14 Prozent wollen das sogar langfristig. Nur noch 45 Prozent befürworten die Abschaltung der AKW zum Jahresende.

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Sonntagsfrage sieht SPD weiterhin vorn

Wenig getan hat sich im Vergleich zum Vormonat bei der Sonntagsfrage. Die SPD liegt mit 31 Prozent (+1) der Stimmen weiterhin vor dem aktuellen Koalitionspartner CDU, die wie im Juli auf 27 Prozent kommt, wie die repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR ergab. Befragt wurden mehr als 1.000 Wahlberechtigte. Für die Grünen sprachen sich 19 Prozent der Befragten aus, was einem Minus von 3 Punkten entspricht. FDP und AfD wären zum jetzigen Zeitpunkt im neuen Landtag vertreten, die Linke würde mit 4 Prozent den Sprung ins Landesparlament knapp verpassen. Somit wäre in Niedersachsen rechnerisch neben der Fortsetzung der bestehenden Koalition aus SPD und CDU auch eine Neuauflage von Rot-Grün möglich, darüber hinaus ein Bündnis aus CDU und Grünen.

Wunsch nach SPD-geführter Landesregierung überwiegt

Ähnlich wie Anfang Juli überwiegt in Niedersachsen weiterhin der Wunsch nach einer SPD-geführten Landesregierung: Gut einen Monat vor der Wahl sprechen sich 45 Prozent (-1) für ein Kabinett unter SPD-Führung aus. Nur 33 Prozent (+2) wünschen eine CDU-geführte Landesregierung. Auch eine Mehrheit der Grünen-Anhänger (77 Prozent) kann sich eine Landesregierung unter SPD-Führung vorstellen.

Stephan Weil bleibt der beliebteste Landespolitiker

Der Wunsch nach einer SPD-geführten Landesregierung hat auch damit zu tun, dass der amtierende Ministerpräsident der populärste Landespolitiker in Niedersachsen ist. Mit der Arbeit von Stephan Weil sind 58 Prozent (+2) der Wahlberechtigten zufrieden. CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann wird - kaum verändert zum Juli - von 43 Prozent (-1) positiv bewertet. Die Spitzenkandidaten der Oppositionsparteien sind trotz des näher rückenden Wahltermins weiterhin wenig bekannt. FDP-Chef Stefan Birkner ist 66 Prozent der Niedersachsen nicht bekannt, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg sagt 76 Prozent der Wahlberechtigten nichts, und AfD-Spitzenkandidat Stefan Marzischewski-Drewes ist sogar mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten kein Begriff.

Knappe Mehrheit mit der Regierungsarbeit zufrieden

55 Prozent (+/-0) der Befragten sind mit den rot-schwarzen Regierungsleistungen im Bundesland "zufrieden" oder sogar "sehr zufrieden". 40 Prozent (+2) sehen die Arbeit der Koalition eher kritisch. Hohen Rückhalt findet die Regierungsarbeit in Hannover weiterhin in den Reihen der SPD (81 Prozent). Bei den Anhängern des Koalitionspartners CDU fällt die Zufriedenheit deutlich zurückhaltender aus, überwiegt mit 58 Prozent jedoch ebenfalls. Selbst die Anhänger der grünen Oppositionspartei äußern sich zu knapp drei Viertel (73 Prozent) positiv über die rot-schwarze Regierungsarbeit in Hannover.

Wirtschaftslage: Rund die Hälfte erwartet eine Verschlechterung

Äußerten sich vor fünf Jahren noch acht von zehn Wahlberechtigten (80 Prozent) positiv zur wirtschaftlichen Situation in Niedersachsen, so beurteilt aktuell nur noch knapp jeder Zweite (46 Prozent) die Lage als "gut" oder sogar "sehr gut". Gleichzeitig ist nach wie vor die Hälfte der Niedersachsen (51 Prozent) skeptisch hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und erwartet für die kommenden zwölf Monaten eine Verschlechterung der Wirtschaftssituation.

Neun-Euro-Ticket in Niedersachsen: Gutes Angebot für Städter

Besonders interessant war das Neun-Euro-Ticket für Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnenden. Auch das hat eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap ergeben, die der NDR im Rahmen des Niedersachsentrends in Auftrag gegeben hat. Demnach kauften 59 Prozent der befragten Städterinnen und Städter das Ticket. In ländlichen Gegenden und Kleinstädten war es umgekehrt, dort legten sich der Umfrage zufolge nur 32 Prozent die Fahrkarte zu. Die meisten (66 Prozent) nannten die schlechten Bus- und Bahnverbindungen an ihren Wohnorten als Grund.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.08.2022 | 06:00 Uhr

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