Stand: 26.03.2019 10:29 Uhr

"Zweinutzungshuhn" verhindert Töten von Küken

Einer Umfrage zufolge können sich 16 Prozent der Befragten vorstellen, das Fleisch des "Zweinutzungshahns" zu kaufen.

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) haben eine Geflügel-Zuchtlinie erforscht, bei der sowohl Hennen als auch Hähne aufwachsen und vermarktet werden können. Die sogenannten Zweinutzungshühner, wie die Forscher die Tiere nennen, haben eine zweifache Bestimmung: Die weiblichen Tiere dienen als Legehennen, die männlichen werden für die Fleischproduktion genutzt. Das bisher übliche Töten der männlichen Küken könne so vermieden werden, teilte die TiHo mit. Das Konzept, an dem die Wissenschaftler dreieinhalb Jahre forschten, ziele darauf ab, das Tierwohl zu verbessern.

2017 wurden 47 Millionen männliche Küken geschreddert

Seit rund 50 Jahren gibt es in der Legehennen-Zucht für männliche Küken keine Verwendung. 2017 wurden bundesweit 47 Millionen von ihnen kurz nach dem Schlüpfen geschreddert. Die Bundesregierung wollte eigentlich schon 2017 dieses Töten beenden und fördert deshalb Forschungsprojekte zu Alternativen. Die Hennen des "Zweinutzungshuhns" legen der TiHo zufolge durchschnittlich 250 Eier im Jahr, etwa 50 Eier weniger als konventionelle Legehennen. Die Hühner haben im Gegensatz zu herkömmlichen Vergleichstieren ein nahezu intaktes Gefieder und sind ruhiger, wie die Hochschule weiter mitteilte. Auch seien sie weniger empfindlich gegenüber Infektionen.

Hähne benötigen bis zur Schlachtreife doppelt so lang

Die Hähne müssen bis zur Schlachtreife allerdings etwa doppelt so lange wie normale Masthähne gehalten werden. Schon jetzt kann man Eier aus Brütereien kaufen, in denen auch männliche Küken aufgezogen werden. Diese "Bruderhahn"-Eier sind aber teurer. Zudem gibt es mehrere Projekte zur Bestimmung des Geschlechts im Ei vor dem Ausbrüten, sodass männliche Küken erst gar nicht schlüpfen. In einer deutschlandweiten Online-Befragung von SocialLab des Thünen-Instituts in Braunschweig gaben 25 Prozent der 1.500 befragten Verbraucher an, dass sie bereit wären, für die Eier mehr Geld auszugeben. Etwa 16 Prozent erklärten, dass sie sich vorstellen können, das Hähnchenfleisch des "Zweinutzungshuhns" zu kaufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 26.03.2019 | 06:30 Uhr

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