Stand: 16.03.2018 14:19 Uhr

Toter Stadthäger: Polizei vermutet Dreifachmord

Im ostwestfälischen Hille ist offenbar ein Dreifachmord verübt worden. Das hat die Polizei Bielefeld bekanntgegeben. Demnach wurden bei der Obduktion zwei weitere Leichen identifiziert - zwei 71 und 65 Jahre alte Männer. Sie stammen aus dem Umfeld des 51-jährigen Jörg W., den die Polizei als "dringend tatverdächtig" einstuft. Die beiden Männer - ein Nachbar und ein Mann, der bei dem Tatverdächtigen gearbeitet hatte - waren seit Längerem spurlos verschwunden. Sie starben den Ermittlern zufolge aufgrund von "erheblicher Gewaltanwendung". Der dritte Tote - ein gewaltsam verstorbener 30-Jähriger aus Stadthagen - ist bereits seit der vergangenen Woche bekannt.

Tatverdächtiger soll nach Bielefeld überstellt werden

Letzte theoretische Zweifel an der Identität sollen in den nächsten Tagen durch einen DNA-Test ausgeräumt werden. Den Tatverdächtigen wolle man mit den Ergebnissen der Obduktion konfrontieren, sagte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld gegenüber NDR 1 Niedersachsen. "Wir müssen dann schauen, wie er reagiert." Allerdings müsste Jörg W. dafür zunächst nach Bielefeld überstellt werden. Das soll nach dpa-Informationen heute oder an einem der nächsten Tage erfolgen. Der 51-Jährige war am vergangenen Wochenende im bayerischen Reit im Winkl festgenommen worden.

Ermittlungen zu Geschäftsbeziehungen und finanziellen Vorteilen

Warum es zu den Gewaltverbrechen kam, ist nach Polizeiangaben noch nicht geklärt. "Die Geschäftsbeziehungen und mögliche finanzielle Vorteile im Zusammenhang mit dem Verschwinden des 71- und 65-Jährigen stehen im Fokus der Ermittlungen", hieß es.

Suchmaßnahmen vorerst eingestellt

Hinweise auf mögliche weitere Todesopfer liegen den Ermittlern nach eigenen Angaben nicht vor. "Wir stellen die Suchmaßnahmen daher jetzt vorerst ein", sagte eine Sprecherin bereits am Donnerstag. Sollte es neue Hinweise geben, würden die Beamten der Mordkommission allerdings zu den Höfen zurückkehren. Die Gebäude seien versiegelt und die Grundstücke abgesperrt worden. Die Ehefrau von Jörg W., die mit ihm auf dem Hof in Hille lebte, sei nicht tatverdächtig, teilte die Polizei mit.

Leichen im Boden vergraben

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod des Stadthägers war bekannt geworden, dass die zwei nun identifizierten Männer aus Hille mit Bezügen zu dem Tatverdächtigen als vermisst gelten. Die Polizisten drehten daraufhin jeden Stein auf den beiden benachbarten Höfen um und nahmen dabei auch Hilfe von Spürhunden, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk in Anspruch. "Es wurde viel umgegraben, es wurden Erdhügel abgetragen und Misthaufen", sagte die Sprecherin. Außerdem seien ein Teich, Sickergruben und Teile der Kanalisation der beiden Höfe abgepumpt worden. Dabei fanden die Ermittler die beiden weiteren Leichen. Ein Toter sei etwa einen Meter tief im Boden vergraben gewesen.

Trittbrettfahrer erpressen Familie

Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat unterdessen bekanntgegeben, dass die Familie des Stadthägers von Trittbrettfahrern erpresst wurde. Zwei Männern hätten Anfang März vorgegeben, den 30-Jährigen in ihrer Gewalt zu haben. Auf diese Weise hätten sie 45.000 Euro erpressen wollen. Die beiden 22-Jährigen aus der Region Bielefeld hatten sich bereits am 7. März freiwillig gestellt. Sie gaben an, dass sie aus Geldnot gehandelt hätten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Von dem Verschwinden des Stadthägers hätten sie in sozialen Netzwerken erfahren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 16.03.2018 | 12:00 Uhr

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