Stand: 16.07.2020 14:38 Uhr

Tödlicher Abbiegeunfall: Urteil wohl kommende Woche

Im Landgericht Hildesheim sitzt ein angeklagter Müllwagenfahrer und sein Verteidiger Benjamin Munte. © dpa - Bildfunk Foto: Ole Spata
Der angeklagte 36-Jährige hat bei Prozessauftakt vor am Landgericht Hildesheim Reue gezeigt.

Zum Prozessauftakt in einem Verfahren wegen eines tödlichen Abbiegeunfalls in Lehrte (Region Hannover) hat der Angeklagte am Donnerstag das Wort ergriffen. Der 36 Jahre alte Mann bat die Familie des getöteten elf Jahre alten Mädchens um Entschuldigung. "Ich fühle mit Ihnen. Ich würde alles dafür tun, es ungeschehen zu machen. Aber ich kann es leider nicht", sagte der Mann, der bei einer privaten Entsorgungsfirma gearbeitet hatte. Die Familie nahm die Entschuldigung des Mannes nach Angaben ihres Rechtsanwalt Harald Lemke-Küch nicht an. "Er hätte den Menschen wahrnehmen müssen, den er anschließend überfährt", sagte der Jurist. Das Urteil soll voraussichtlich in einer Woche fallen.

VIDEO: Abbiegeunfall mit Todesfolge: Prozess hat begonnen (3 Min)

Lkw-Fahrer droht Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Tötung vor. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Im Zentrum des Verfahrens steht die Frage, ob sich der Fahrer sorgfältig umgeschaut hat, bevor er abbog. Das elfjährige Mädchen hatte offenbar eine grüne Fußgängerampel passiert, um zu einer Bushaltestelle zu laufen. Dabei wurde es von dem Lkw erfasst.

Angeklagter fuhr nach Zusammenstoß weiter

Der Fahrer des Lastwagens hatte den Zusammenstoß nach eigenen Angaben nicht wahrgenommen. Er war deshalb weitergefahren. Den entscheidenden Hinweis lieferte Stunden später sein Arbeitgeber - ein privater Entsorger. Das Unternehmen hatte nach Bekanntwerden des Unfalls die Daten seiner Fahrzeuge ausgewertet. Um die coronabedingten Abstandsregeln zu wahren, wurde der Prozess vom Amtsgericht Lehrte ins Landgericht Hildesheim verlegt. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 16.07.2020 | 06:30 Uhr

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