Hände tippen etwas auf einer Computertastatur. © photocase.de Foto: PolaRocket

KfN-Studie: Mehr Cyberangriffe wegen der Corona-Krise

Stand: 13.09.2021 15:57 Uhr

Die Corona-Krise wirkt sich häufig negativ auf die IT-Sicherheit von Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in Hannover.

Arbeit im Homeoffice und das Nutzen privater Computer und Programme erhöhen demnach das Risiko einer Infektion mit Schadsoftware. Die Forschenden aus Hannover haben zwischen Juli und September 2020 mehr als 600 Firmen befragt. 60 Prozent von ihnen gaben an, dass sie innerhalb eines Jahres auf mindestens einen Cyberangriff reagieren mussten. Automatisch abgewehrte Angriffe, durch eine Firewall etwa, sind darin nicht enthalten. In 85 Prozent der Fälle konnten die Cyberkriminellen in einem frühen Stadium gestoppt werden.

Angriffe oft per E-Mail

Das Vorgehen der Kriminellen ist vielfältig: Arbeitnehmer im Homeoffice erhalten beispielsweise E-Mails, die mit Schadprogrammen infiziert sind. Oft bekommen sie auch Nachrichten vermeintlich seriöser Absender, mit denen Betrüger zum Beispiel an Passwörter gelangen wollen. Bedroht seien vor allem Firmen mit angespannter wirtschaftlicher Situation, die seltener zusätzliche IT-Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, so das KFN.

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Größere Firmen schützen sich

Die Kriminologen in Hannover kommen zu dem Ergebnis, dass die meisten Unternehmen ab zehn Beschäftigten sich mit grundsätzlichen Maßnahmen gegen die Cyberangriffe schützen. Dazu gehören der Schutz durch eine Firewall, regelmäßige Backups, aktuelle Antivirensoftware und regelmäßige Sicherheitsupdates. Organisatorische Maßnahmen wie Richtlinien zur IT- und Informationssicherheit, Sicherheitsschulungen und Zertifizierungen sind allerdings seltener. Unternehmen scheuten häufig auch regelmäßige Schwachstellenanalysen sowie Simulationen zum Ausfall wichtiger IT-Systeme.

Zusätzliche Maßnahmen wegen Corona

Nach Beginn der Corona-Krise im ersten Quartal 2020 und der damit verbundenen Heimarbeit haben rund ein Fünftel der Unternehmen zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Cybersicherheit ergriffen. Dazu zählen insbesondere die Einrichtung und Absicherung von Zugangsmöglichkeiten in einem geschützten Datentunnel (VPN). Außerdem beschafften viele Unternehmen zusätzliche Soft- und Hardware, damit die Beschäftigten im Homeoffice nicht mit einer privaten Ausrüstung arbeiten müssen, die schlechter gegen Angriffe von außen abgesichert werden kann.

Viele Unternehmen erwarten Angriff

Die Forscher in Hannover befürchten jedoch, dass mit der allmählichen Rückkehr der Beschäftigten in die Büros der Unternehmen die erhöhte Gefahr nicht vorbei ist. Zumindest sehen das viele Verantwortliche so, die befragt wurden: Über die Hälfte der Unternehmen schätzte das Risiko eines schädigenden ungezielten Cyberangriffs in den nächsten zwölf Monaten als "sehr hoch" oder "eher hoch" ein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.09.2021 | 07:00 Uhr

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