Stand: 07.11.2019 16:31 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Schweres Fußballer-Foul erneut vor Gericht

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" heißt es in einer Fußballer-Floskel, doch in diesem Fall müsste es eher "nach dem Spiel ist vor Gericht" heißen. Am Donnerstag trafen sich zwei Kreisklassenspieler in zweiter Instanz vor dem Landgericht Hannover wieder. Dabei ging es um die Frage, ob ein Foulspiel im Fußball als gefährliche Körperverletzung angesehen werden kann. Das Amtsgericht hatte einen 24 Jahre alten Spieler des SC Elite Hannover aufgrund dieses Vorwurfs zu einer Geldstrafe von 1.350 Euro verurteilt.

Schiedsrichter spricht von "Brutalität"

Der Beschuldigte hatte im vergangenen Herbst in einer Partie der 4. Kreisklasse Hannover mit einer Grätsche seinem Gegenspieler das Waden- und Schienbein gebrochen. Sein Team hatte zum Zeitpunkt des Fouls gegen die 2. Mannschaft des FC Can Mozaik mit 1:5 zurückgelegen. Vor dem Amtsgericht hatte der als Zeuge geladene Schiedsrichter ausgesagt, dass er eine solche Brutalität noch nicht gesehen habe. Der Richter war in seinem Urteil zu dem Schluss gekommen, dass der 24-Jährige frustriert gewesen sei und bei der Grätsche eine schwere Verletzung billigend in Kauf genommen habe.

Verteidiger fordert Freispruch

Der Rechtsanwalt des Spielers, Sven Schünemann, sieht das komplett anders. Er fordert einen Freispruch, da sein Mandat das unstrittige und bedauerliche Foul nicht mit Absicht begangen habe. "Es deutet nicht auf Vorsatz hin", sagte Schünemann NDR 1 Niedersachsen. "Es war eine ganz normale Grätsche. Das passiert hundertmal am Wochenende." Eine Verurteilung des Spielers würde nach Ansicht des Verteidigers weitreichende Konsequenzen haben. "Jeder Staatsanwalt, der die Sportschau guckt und ein gestrecktes Bein im Foulspiel sieht, müsste ein Ermittlungsverfahren eröffnen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 07.11.2019 | 17:00 Uhr

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