Stand: 06.04.2018 17:56 Uhr

Heiner Wilmer wird neuer Bischof von Hildesheim

Der aus dem Emsland stammende Ordenspriester Heiner Wilmer wird Bischof von Hildesheim. Damit wird er Nachfolger von Norbert Trelle, der das Amt elf Jahre inne hatte.

Der Ordenspriester Heiner Wilmer ist neuer katholischer Bischof von Hildesheim. Das gaben der Vatikan und das Bistum Hildesheim am Freitag zeitgleich bekannt. Der bisherige Generalobere der Kongregation der Herz-Jesu-Priester wechselt aus Rom in die niedersächsische Bischofsstadt und wird damit Nachfolger von Norbert Trelle, der elf Jahre lang an der Spitze der Diözese gestanden hatte. Damit endet eine knapp siebenmonatige Suche nach einem Nachfolger für Bischof Norbert Trelle, der seinen altersbedingten Rücktritt eingereicht hatte. Seit September 2017 war der Posten vakant. Bischofsweihe und Amtseinführung des promovierten Theologen Wilmer werden voraussichtlich im September stattfinden, der genaue Termin steht noch nicht fest. Der erste Besuch Wilmers in Hildesheim ist für Anfang Mai geplant.

Land und Ökumene freuen sich auf Zusammenarbeit

Die Berufung wurde in Politik und Ökumene begrüßt. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, er freue sich "auf eine weiterhin gute und konstruktive Zusammenarbeit" des Landes mit der katholischen Kirche und dem Bistum Hildesheim. Mit Bischof Wilmer gebe es nun wieder einen kompetenten Ansprechpartner, der einen eindrucksvollen, niedersächsisch geprägten Lebenslauf vorweisen könne. Wilmer wurde im Emsland geboren. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte seine Freude darüber, Wilmer schon bald im Kreis der deutschen Bischöfe begrüßen zu dürfen. Auch der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, gratulierte Wilmer zur Wahl: "Unsere Kirchen stehen vor gemeinsamen Herausforderungen", so Meister. Er sei sicher, dass Wilmer wichtige Impulse in die Zusammenarbeit einbringen werde.

Weit gereister Mose-Fan

Die Wahl kommt als frühes Geburtstagsgeschenk für Wilmer, der am Montag 57 Jahre alt wird und dessen größtes Vorbild nach eigener Aussage die Bibelgestalt Mose ist. Aufgewachsen ist Wilmer im emsländischen 2.400-Einwohner-Dorf Schapen. Wilmer, der Mitglied im Orden der Herz-Jesu-Priester ist, studierte Theologie in Freiburg sowie Romanistik in Paris. 1987 wurde er zum Priester geweiht, ging anschließend nach Rom und später nach New York. Nach den Auslandsaufenthalten zog es den Katholiken zurück in die Heimat: Er wurde Schulleiter des ordenseigenen Gymnasiums in Handrup im Emsland, in dem er selbst 1980 sein Abitur gemacht hatte. Erst vor drei Jahren hatte der Orden der Herz-Jesu-Priester Heiner Wilmer zu seinem Generaloberen gewählt. Mit der Ernennung zum Hildesheimer Bischof wird er dieses Amt vorzeitig abgeben müssen.

Landesregierung muss Bischofswahl zustimmen

Die bischöfliche Kandidatenfindung folgte einem strengen Protokoll. Die Bischöfe der Bistümer im Gebiet des ehemaligen Preußens sowie das Domkapitel des Bistums Hildesheim hatten dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Nikola Eterovic, ihre jeweiligen Favoriten für die Nachfolge Trelles vorgeschlagen. Aus diesen Kandidaten erstellte die Bischofsvollversammlung in Rom eine Liste mit drei Namen, die Papst Franziskus vorgelegt wurde. Erst nach seiner Zustimmung entschied das Domkapitel - also das Leitungsgremium des Bistums unter Vorsitz von Weihbischof Heinz-Günter Bongartz - welcher dieser drei Kandidaten zukünftig als Bischof die Geschicke des Bistums Hildesheim leiten wird. Auch die niedersächsische Landesregierung muss in der Rechtsnachfolge des früheren Freistaates Preußen der Wahl des neuen Bischofs zustimmen.

Suche ohne Öffentlichkeit

Die Suche nach einem Nachfolger fand nicht öffentlich statt. Auch Spekulationen über mögliche Kandidaten wurden vorher nicht öffentlich. Laut Kirchenrecht muss er aber stets mindestens 35 Jahre alt sowie seit mindestens fünf Jahren Priester sein. Auch gute Sitten, Frömmigkeit und Klugheit werden verlangt. Darüber hinaus sollte der Bischof nach Möglichkeit einen Doktortitel oder mindestens eine Lehrerlaubnis in der Theologie oder im kanonischen Recht vorweisen können. Laut dem Preußenkonkordat muss der neue Bischof zudem Deutscher sein.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.04.2018 | 13:00 Uhr

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