Stand: 08.05.2019 15:03 Uhr

Getöteter Angler: Brauchte Täter Geld zum Feiern?

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Wird der Tod von Angler Wilhelm Rettberg nun aufgeklärt?

Vor rund 35 Jahren ist der Hobby-Angler Wilhelm Rettberg in Nienburg an der Weser erschlagen worden. 34 Jahre lang galt sein Tod als ungelöst. Bis zum Mai 2018 - als die Staatsanwaltschaft Verden mitteilte, dass es einen Verdächtigen gibt, der Rettberg an einem Morgen im Juli 1984 erschlagen haben soll. Der inzwischen 55 Jahre alte Mann muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Verden wegen Mordes aus Habgier verantworten. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. In den kommenden Verhandlungstagen sollen ein psychiatrischer Gutachter und mehrere Zeugen vernommen werden.

Ausgeraubt und tödlich verletzt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Rettberg am Weserwall in Nienburg beim Würmersammeln von hinten mit einer Flasche heftig gegen den Kopf geschlagen zu haben. Der Hobby-Angler habe das Bewusstsein verloren. Der Angeklagte habe sein Opfer dann nach Wertgegenständen durchsucht. Er stahl demnach Bargeld, Ausweise und zwei Uhren. Mit dem Geld wollte der damals 20 Jahre alte Sozialhilfe-Empfänger laut Staatsanwaltschaft einen Diskobesuch finanzieren. Später soll er Rettberg tödlich verletzt und mit dem Gesicht nach unten in die Weser gelegt haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.05.2019 | 15:30 Uhr

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