Stand: 11.09.2019 16:37 Uhr

14 Stunden täglich: Schranken-Frust in Neustadt

Mit einem durchdringenden Signalton rasseln die meterlangen, weiß-roten Schranken auf den Asphalt. Innerhalb von Sekunden bildet sich eine Schlange aus Autos, genervten Fußgängern und frustrierten Fahrradfahrern. Szenen, die sich in Neustadt am Rübenberge fast minütlich abspielen. Denn: In der Kleinstadt in der Region Hannover herrscht Hochbetrieb in Sachen Zugverkehr. 14 Stunden am Tag sind die Bahnschranken dort insgesamt unten. Rund 300 Züge rollen in dieser Zeit durch die Stadt. Und es sollen noch mehr werden.

Zwei Radfaher vor einer Bahnschranke.

Bahnschranken-Ärger in Neustadt

Hallo Niedersachsen -

Die Bahnschranke Siemensstraße in Neustadt am Rübenberge ist rund 14 Stunden am Tag geschlossen, denn mindestens 250 Züge rollen durch die Stadt. Den Anwohnern reicht es - schon lange.

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Wartezeit: Rund 20 Minuten

Betroffene sind längst genervt: "Man steht jeden Morgen hier. Dann geht die Schranke runter, dann geht sie wieder auf, dann geht sie wieder runter. Das ist schon übel", so ein Anwohner. Wege um den Ärger herum gibt es praktisch nicht: Insgesamt gibt es sieben ebenerdige Bahnübergänge in Neustadt am Rübenberge. Häufig stehen Menschen, die zur Arbeit oder Schule müssen so bis zu 20 Minuten vor verschlossenen Schranken. Doch die Neustädter fürchten, dass alles noch schlimmer wird. Nach Plänen der Bahn sollen die Gleise im Dreieck Hamburg-Hannover-Bremen weiter ausgebaut werden, um künftig mehr Güter auf die Schiene zu bringen.

Bürgerinitiative: Die Atmosphäre ist aggressiv

Was verstopften Autobahnen und Umweltverschmutzung entgegen wirken soll, könnte so eine ganze Stadt sprichwörtlich ausbremsen - und sie gegen die Bahn aufbringen. Die Bürgerinitiative "Schranke weg" jedenfalls berichtet von einer zunehmend aggressiven Atmosphäre. Dazu trage auch bei, dass sich an den Bahnübergängen immer wieder gefährliche Situationen ereigneten - zum Beispiel, wenn Auto- oder Lkw-Fahrer trotz roter Ampeln noch schnell unter den sich schließenden Schranken durchfahren.

Stadt bittet um Geduld

Die Stadt hat längst angekündigt, möglichst viele ebenerdige Übergänge durch Brücken oder Tunnel ersetzen. Doch immer wieder verzögern sich die Pläne - zu viele Projektpartner mischen mit, die sich abstimmen müssen: Neben der Stadt sind auch die Deutsche Bahn, die Region Hannover und der Bund an dem Vorhaben und seiner Finanzierung beteiligt. "Wir haben in Deutschland eben lange Planverfahren", so ein Sprecher der Stadt gegenüber der NDR Fernsehsendung Aktuell. Wann sich die missliche Lage für die Neustädter ändert, bleibt also ungewiss.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 11.09.2019 | 19:30 Uhr

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