Stand: 05.02.2015 14:51 Uhr

Weil gibt Startschuss für Investitionen im Süden

Ministerpräsident Weil. © dpa-Bildfunk Foto: Holger Hollemann
Stephan Weil gab den Startschuss für das Südniedersachsenprogramm. (Archivbild)

Zukunftsperspektiven für alle Regionen - dieses zentrale Versprechen will die niedersächsische Landesregierung nun einlösen: Der Süden des Landes soll gezielt gefördert werden. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gab am Donnerstag in Einbeck deshalb den Startschuss für das sogenannte Südniedersachsenprogramm. Die Regionen im Süden sollen dadurch als Wohnort, Wirtschaftsstandort und Tourismusziel aufgewertet werden. Das Programm begünstigt die Landkreise Goslar, Göttingen, Holzminden, Northeim, Osterode am Harz sowie die Stadt Göttingen. Es sieht für die kommenden Jahre zusätzliche Investitionen von mindestens 100 Millionen Euro vor. Die EU, die etwa die Hälfte des Geldes aufbringen soll, habe bereits "grünes Licht" gegeben, so Weil. Sämtliche Projekte werden von einem in Göttingen angesiedelten Büro koordiniert.

Medizinische Versorgung ländlicher Gebiete

Weil rief dazu auf, das Programm als Chance zu begreifen und sich an der Entwicklung und Umsetzung guter Ideen zu beteiligen. Ein Schwerpunkt der Förderung liegt im Gesundheitsbereich. Die Göttinger Universitätsmedizin, die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst und private Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, auch ländliche Gebiete medizinisch zu versorgen. Konkret geplant sind unter dem Namen "Gesundheitscampus" unter anderem die Entwicklung neuer Ausbildungsgänge und der Aufbau von Versorgungsstrukturen.

Förderung beruflicher Chancen

Die Landesregierung will außerdem die beruflichen Chancen sowohl älterer, als auch junger Menschen verbessern und die Vernetzung allgemeinbildender Schulen und Berufsschulen fördern. Dabei sollen mehr Möglichkeiten für Praktika in Betrieben geschaffen und Weiterbildungen angeboten werden. Außerdem soll auch der Tourismus gefördert werden: Kulturelle und gastronomische Einrichtungen würden qualitativ verbessert und vernetzt, so Weil. Im Harz sollen Wander-, Fahrrad- und Kulturtourismus ausgebaut werden. Damit soll auch der Abwanderung vor allem junger Leute entgegengewirkt werden, mit der der Harz zu kämpfen hat.

Opposition kritisiert Programm

Die CDU und FDP kritisierten das Programm. Weil habe nicht erklärt, wie er garantieren wolle, dass das Geld tatsächlich in die Region fließe, sagte Christian Grascha (FDP). Uwe Schünemann (CDU) vermutet, dass von den versprochenen 100 Millionen Euro unter dem Strich kaum etwas übrig bleibe. In Brüssel sei kein Geld für Südniedersachsen reserviert. Jeder Förderantrag aus der Region konkurriere mit Projekten aus anderen Landesteilen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.02.2015 | 13:00 Uhr

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