Stand: 03.12.2018 16:54 Uhr

Toter in Göttingen: Ein Verdächtiger in U-Haft

Nach dem gewaltsamen Tod eines 28 Jahre alten Mannes in Göttingen ist vom Amtsgericht gegen einen der vier polizeibekannten Verdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Dem 19-Jährigen wird Totschlag vorgeworfen. Drei weitere Männer, die zunächst festgenommen worden waren, sind dagegen auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen die drei ebenfalls 19 Jahre alten Männer habe sich nicht erhärtet, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick NDR 1 Niedersachsen am Montag.

Staatsanwaltschaft: Fall relativ eindeutig

Der nun in Haft genommene Mann wurde demnach von mehreren Zeugen, darunter einer seiner drei Begleiter, belastet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat dieser geschildert, dass der nun in U-Haft sitzende 19-Jährige den 28-Jährigen Göttinger getötet habe. Der Fall stelle sich inzwischen relativ eindeutig dar, sagte Buick. Der Tat soll offenbar ein Streit zwischen Täter und Opfer vorangegangen sein. Der Tatverdächtige sei vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Zu den Todesumständen, der Tatwaffe und der Art der Verletzungen sowie zum möglichen Motiv machen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen weiterhin keine Angaben.

Passanten entdecken Opfer noch lebend

Das Opfer war in der Nacht zu Sonnabend kurz nach Mitternacht in der Innenstadt in der Straße Untere Karspüle von Passanten gefunden worden. Zu diesem Zeitpunkt sei der Mann noch ansprechbar gewesen, so die Sprecherin. Die Passanten hätten bei ihrem Notruf zunächst von einem hilflos und betrunken wirkenden Mann berichtet. "Er habe noch gesagt, dass es ihm nicht gut gehe", zitierte die Polizeisprecherin die Zeugen gegenüber NDR.de. Erst während des Transports im Krankenwagen seien die schweren Verletzungen aufgefallen. "Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen erlag der Mann wenig später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen", hieß es von der Polizei.

Gutachten soll klären, ob Mann unter Drogen stand

Die Obduktion der Leiche habe später ergeben, dass der 28-Jährige an inneren Verletzungen, die ihm durch äußere Gewalt zugefügt wurden, gestorben ist. Nun fehlt laut Polizei noch ein Gutachten, dass klären soll, ob der Mann Rauschmittel oder Alkohol im Blut hatte.

Hinweise führen zu Verdächtigen

Die Ermittler klingelten noch in der Nacht bei Anwohnern, um eventuelle Zeugen zu finden. Außerdem wurde die Gegend um die Untere Karspüle nach möglichen Beweismitteln abgesucht. Die Beamten vermuten, dass der Tatort zumindest in der Nähe des Ortes liegt, an dem das Opfer später gefunden wurde. Die vier Verdächtigen waren nach Hinweisen in der Nacht zu Sonntag beziehungsweise am Sonntagmorgen festgenommen worden, hieß es weiter. Eine mittlerweile von 15 auf 20 Beamte aufgestockte Mordkommission bearbeitet den Fall. Am Montag wurde das Umfeld des Tatorts erneut nach Spuren abgesucht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.12.2018 | 17:00 Uhr

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