Herbert Diess spricht bei einer VW-Veranstaltung. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

Showdown bei VW bleibt vorerst aus: Kein Beschluss zu Diess

Stand: 02.12.2020 07:00 Uhr

Die VW-Aufsichtsratsspitze hat am Dienstag getagt. Thema war der Konflikt in der Unternehmensführung. Einen Beschluss zur Zukunft von Konzernchef Herbert Diess fasste das Gremium nicht.

Damit bleibt offen, ob der bis 2023 laufende Vertrag mit Diess, wie von ihm gefordert, vorzeitig verlängert wird. Bei dem Treffen bereitete das achtköpfige Präsidium die Themen der nächsten größeren Runde vor. Aus Teilnehmerkreisen verlautete, man habe dabei verschiedene Punkte durchgesprochen - im Kern soll es jedoch nicht um die Vertragsfragen rund um Diess gegangen sein. "Das Präsidium lässt sich nicht zu einer Entscheidung drängen, es gibt keine Eile", sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Über den Inhalt der weiteren Beratungen gab es zunächst keine näheren Informationen.

Schwelender Konflikt zwischen Diess und Osterloh

Schon seit Längerem schwelt zwischen Diess und Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh ein Konflikt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. So hat Osterloh, der auch Mitglied im Aufsichtsrat ist, Diess unter anderem für die Probleme beim Elektroauto ID.3 sowie beim Golf 8 kritisiert. Generell knirscht es in der Kommunikation zwischen den beiden Seiten.

Ärger mit dem Aufsichtsrat im Sommer

Auch zwischen Diess und dem Aufsichtsrat hatte es in der Vergangenheit gekracht. Diess soll im Frühsommer vor einigen Tausend Führungskräften Mitglieder des Aufsichtsrats beschuldigt haben, kritische VW-Interna an Medien durchgestochen zu haben. Bei einer anschließend einberufenen Sitzung sprachen sich einige Aufsichtsratsmitglieder für Diess' Entlassung aus. So weit kam es zwar nicht, allerdings musste Diess den Chefposten bei der Kernmarke Volkswagen räumen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.12.2020 | 08:00 Uhr

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