Stand: 04.06.2020 20:50 Uhr

"Maddie" McCann: Zwei Autos im Fokus der Ermittler

Ein zuletzt im Raum Braunschweig gemeldeter 43-Jähriger steht im Verdacht, die damals dreijährige Madeleine McCann, genannt "Maddie", ermordet zu haben. Das Mädchen war vor 13 Jahren aus einer Hotelanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig und das Bundeskriminalamt (BKA) ermitteln und hoffen auf weitere Hinweise zu dem Fall. Unter anderem wollen die Ermittler klären, wo sich der mutmaßliche Mörder im Zeitraum zwischen 21.10 und 22 Uhr am Abend des 3. Mai 2007 aufgehalten hat.

Zwei Autos kommen als Tatfahrzeuge infrage

Zur fraglichen Zeit habe der Mann einen dunkelroten Jaguar XJR 6 genutzt. Über die Zulassung des Autos vor der Tat haben die Ermittler keine Erkenntnisse. Nach dem Tag der Tat war das Auto bei der Stadt Augsburg gemeldet. Außerdem nutzte der Verdächtige nach Angaben des BKA einen weiß-gelben VW-Bulli des Typs T3 Westfalia, an dem zum Tatzeitpunkt portugiesische Kennzeichen montiert waren. "Es liegen Hinweise vor, wonach er eines dieser Fahrzeuge zur Begehung der Tat genutzt haben könnte", heißt es auf der Internetseite des BKA zu dem Fall. Die Ermittler weisen darauf hin, dass der Beschuldigte nicht der Halter des VW-Bullis war. Der Halter könne als Tatverdächtiger ausgeschlossen werden.

Handy-Gespräch im Tatzeitraum

Auch zwei Handynummern stehen im Fokus der Ermittlungen. Der Verdächtige habe "im fraglichen Tatzeitraum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die portugiesische Mobilfunknummer + 351 912 730 680 genutzt. Zu einer tatrelevanten Zeit sei über diese Nummer ein Telefonat geführt worden. Der Gesprächspartner, der sich während des Telefonats nicht in dem Bereich aufgehalten habe, habe die portugiesische Rufnummer + 351 916 510 683 genutzt. Diese Person wird als wichtiger Zeuge gesucht.

Mögliche Mitwisser sollen sich melden

Die Ermittler halten es für möglich, dass es neben dem Täter noch weitere Personen gibt, die etwas über den möglichen Tathergang wissen und auch Kenntnis über einen möglichen Ablageort der Leiche haben. Die Behörden rufen diese Personen auf, sich zu melden und ihr Wissen mitzuteilen. Auf Wunsch bestehe auch die Möglichkeit zu prüfen, ob diese Hinweise vertraulich behandelt werden können. Darüber hinaus bitten das BKA und die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Öffentlichkeit um Mithilfe. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt.

Fragen an potenzielle Zeugen:

  • Können Sie Angaben zu den vom Tatverdächtigen genutzten Fahrzeugen machen beziehungsweise haben Sie diese Anfang Mai 2007 gesehen oder haben Kenntnis über ihre Abstellorte im genannten Zeitraum?
  • Können Sie Angaben zu den genannten Rufnummern beziehungsweise deren Nutzern im Mai 2007 machen?
  • Können Sie Angaben zu den abgebildeten Häusern, Zimmern oder sonstigen Anlaufpunkten machen?
  • Haben Sie sich Anfang Mai 2007 an der Algarve aufgehalten und verfügen gegebenenfalls noch über Bildmaterial wie Urlaubsfotos oder Videos?
  • Standen Sie in Kontakt zu einer Person, welche in Verbindung zu den gezeigten Fahrzeugen, Gebäuden und Telefonnummern stand und können Sie Angaben zu dessen Aufenthalt Anfang Mai 2007 machen?
  • Wurden Sie möglicherweise selbst Opfer einer Straftat durch diese Person?

Zeugen können sich mit Hinweisen direkt an das BKA unter der Telefonnummer (0611) 551 84 44 oder an jede andere Polizeidienststelle wenden.

Weitere Informationen
EIn Porträt von Madeleine McCann, die am 03.05.2007 in Praia da Luz verschwunden ist. © Metropolitan Police Service Foto: Metropolitan Police Service

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.06.2020 | 08:00 Uhr

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