Stand: 14.03.2018 10:34 Uhr

Läuft wieder: VW-Vorstandsgehälter 2017 gestiegen

Volkswagen steht seit langer Zeit in der Kritik - die Diesel-Debatte, drohende Fahrverbote und dann der Wirbel um Tierversuche mit Affen. Dem Geschäft des Wolfsburger Konzerns hat dies im Jahr 2017 allerdings nicht geschadet. Nach bereits vorab bekannt geworden Ergebnissen, wie dem mehr als doppelt so hohen Gewinn von 11,4 Milliarden Euro, sowie einem neuen Verkaufsrekord für Fahrzeuge, hat VW heute weitere Geschäftszahlen für das Jahr 2017 präsentiert. Vorstandschef Matthias Müller gab neben der Geschäftsentwicklung, etwa für die VW-Kernmarke auch weitere Details über den geplanten Ausbau der Elektromobilität bekannt. Zudem wurden bei der Bilanzvorstellung in Berlin auch die Gehälter der VW-Vorstände für das Jahr 2017 öffentlich.

Trotz Deckelung: Vorstandsgehälter deutlich gestiegen

Die Mitglieder des Konzernvorstands kassierten demnach für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Gehalt als noch 2016. Die Gesamtvergütung für die Riege um Konzernchef Müller stieg nach 39,5 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 50,3 Millionen Euro für das vergangene Jahr. Spitzenverdiener war Vorstandschef Müller, der 10,14 Millionen Euro einstrich. Auf Platz zwei folgt Personalchef Karlheinz Blessing mit rund 5,2 Millionen Euro Gehalt.

VW hatte im Februar 2017 nach massiver öffentlicher Kritik das Vergütungssystem für den Vorstand reformiert und unter anderem eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro Jahresgehalt für den Vorstandschef und eine Verschärfung der Bonusregeln bekanntgegeben. Dass Müllers Bezüge dennoch zehn Millionen Euro übersteigen, liegt nach Unternehmensangaben daran, dass in diesem Betrag Nebenleistungen und Versorgungsansprüche mit enthalten sind. Im Jahr 2015 hatten die obersten VW-Führungskräfte mehr als 63 Millionen Euro eingenommen.

Massive Investitionen in E-Mobilität

Mit den Geschäftszahlen verkündete der VW-Konzern auch weitere Details über den Ausbau der Elektromobilität. Bis Ende 2022 sollen batterie-elektrisch angetriebene Autos an weltweit 16 Standorten gebaut werden. Derzeit sind es drei Standorte. Schon in zwei Jahren sollen dafür neun weitere Werke des Konzerns für die Produktion von E-Autos gerüstet sein. Dabei helfen sollen Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und China. "Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die 'Roadmap E' zügig und entschlossen umzusetzen", sagte Konzernchef Matthias Müller. Im vergangenen Herbst hatte Volkswagen dafür bereits Milliardeninvestitionen angekündigt. Zu den acht E-Autos und Plug-In-Hybriden, die der Wolfsburger Konzern bereits im Programm hat, sollen im laufenden Jahr neun weitere Fahrzeuge hinzukommen - drei davon reine E-Fahrzeuge. Zugleich investiert Volkswagen weiter in den Verbrennungsmotor. Der moderne Dieselantrieb sei - auch im Hinblick auf den Klimaschutz - Teil der Lösung, nicht das Problem, sagte Müller.

VW-Kernmarke deutlich verbessert

Positiv hat sich auch die Kernmarke VW entwickelt. Das um Sonderkosten für die Dieselaffäre bereinigte operative Ergebnis der Stammmarke kletterte im Jahresvergleich auf rund 3,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei rund 1,9 Milliarden Euro gelegen. Die Kosten für die Abgasaffäre schlugen mit 2,8 Milliarden Euro zu Buche - ein Jahr zuvor waren es 5,2 Milliarden Euro.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.03.2018 | 11:00 Uhr

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