Stand: 20.08.2020 12:55 Uhr

Groner Mordprozess: Verteidiger legt Revision ein

Ein Angeklagter berät sich in einem Gerichtssaal mit seinem Anwalt. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner
Die Kammer bewertet die Taten von Frank N. als "Gewaltexzess". Er habe seine Ex-Freundin leiden und sterben sehen wollen.

Der gewaltsame Tod zweier Frauen im Göttinger Stadtteil Grone wird voraussichtlich den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen. Die Verteidigung habe gegen das am Freitag verkündete Urteil Revision eingelegt, teilte ein Sprecher des Landgerichts Göttingen mit. Die Schwurgerichtskammer hatte den 53-jährigen Frank N. wegen Mordes in zwei Fällen sowie zweifacher gefährlicher Körperverletzung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Wird ein Fall vor einer Schwurgerichtskammer verhandelt, ist für die Revision grundsätzlich der BGH und nicht das Oberlandesgericht zuständig.

VIDEO: Lebenslange Haft für Doppelmörder aus Grone (4 Min)

Kammer sieht erschwerende niedrige Beweggründe

Die Verteidigung hatte dafür plädiert, die Tötungsdelikte nicht als Mord, sondern als Totschlag in besonders schwerem Fall beziehungsweise Totschlag zu werten. Das sah die Kammer anders. Frank N. habe aus niedrigen Beweggründen seine ehemalige Lebensgefährtin auf offener Straße in Brand gesetzt und 25-mal mit einem Messer auf sie eingestochen. Der Angeklagte habe seine Ex-Partnerin nicht nur töten, sondern auch leiden sehen wollen. Die 44-Jährige starb noch am Tatort. Zudem habe er eine Kollegin seiner Ex-Freundin, die helfen wollte, mit einem Messer attackiert. Das habe er getan, um die Tötung seiner ehemaligen Freundin vollenden zu können. Die 57-Jährige starb ebenfalls.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 20.08.2020 | 13:30 Uhr

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