Eine Gedenktafel steht an einem Weg. © NDR Foto: Felix Klabe

Friedland: Schulklasse arbeitet Zwangsarbeiter-Leben auf

Stand: 17.07.2021 15:55 Uhr

Wie gelingt Erinnerung an Menschen, die nach Flucht, Vertreibung und Zwangsarbeit in Friedland fern der Heimat gestorben sind? Das hat eine Klasse der Oberschule in Groß Schneen beschäftigt.

Herausgekommen ist eine Gedenktafel, die seit Freitag auf dem Friedhof unweit des Lagers Friedland steht. Auf der Tafel wird unter anderem die Geschichte von Stefan Krassowski aufgearbeitet - einem Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg, der bei Gleisarbeiten ums Leben gekommen ist. "Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen wurden nach der damals geltenden Friedhofsordnung, anders als die Dorfbewohner, nur in Dachpappe oder Ölpapier eingewickelt und unauffällig begraben", erklärt Tarek Zaibi, Lehrer und Leiter des Schulprojekts. Obendrein fanden die Verstorbenen ihre letzte Ruhe nur am äußersten Rand des Friedhofs.

Unterstützt vom Volksbund und Museum Friedland

"Die Folgen von Faschismus und Nationalsozialismus in der eigenen Gemeinde aufzuarbeiten war für uns alle eine große Herausforderung und sehr bewegend", sagt Zaibi, der mit seinen Schülerinnen und Schülern die Tafel erarbeitet hat. Unterstützt wurde das Projekt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Museum Friedland.

Das Lager Friedland war nach dem Krieg Anlaufstelle für Vertriebene und Heimkehrer, später für auch für die sogenannten Boatpeople und bis heute Ankunftsort für Spätaussiedler und Geflüchtete.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Braunschweig | 19.07.2021 | 06:30 Uhr

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