Stand: 08.01.2020 12:39 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Forscher entwickeln Fahrplan gegen Insektensterben

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat einen Fahrplan gegen das Insektensterben entwickelt. Es müssten sofort Schutzkonzepte für bedrohte Arten, aber auch Agrar- und Naturschutzprogramme umgesetzt werden, um Lebensräume zu fördern und wiederherzustellen, sagte der Göttinger Agrarökologe Teja Tscharntke. An der Studie sind Wissenschaftler aus 21 Ländern beteiligt, die Leitung liegt beim Niederländischen Institut für Ökologie.

Immer weniger Bienen, Schmetterlinge, Raupen

Hallo Niedersachsen -

Der Insektenatlas zieht eine traurige Bilanz: Weltweit und auch in Niedersachsen gibt es immer weniger Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Raupen. Die Autoren der Studie schlagen Alarm.

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Maßnahmen zum Schutz von Insekten

Mittelfristig seien Forschungsprogramme nötig, die mit neuen Ansätzen die verschiedenen Ursachen des Insektensterbens untersuchen, betonte Tscharntke. Dabei müssten auch der Klimawandel und die intensivere Landnutzung in den Blick genommen werden. Öffentlich-private Partnerschaften und nachhaltige Finanzierungsinitiativen könnten dazu beitragen, Lebensräume für Insekten langfristig zu sichern. Der vorgeschlagene Fahrplan solle auch im deutschen Aktionsprogramm Insektenschutz berücksichtigt und von Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Gesellschaft und Wissenschaft umgesetzt werden, forderte der Wissenschaftler. Ziel sei es, den Erfolg der Maßnahmen weltweit mit standardisierten Methoden zu überprüfen.

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Insektenatlas 2020

Es gibt immer weniger Insekten und einige Arten sterben sogar aus. Den Zusammenhang mit der Landwirtschaft und Lösungsvorschläge erläutert der Insektenatlas 2020 des BUND. extern

Große Bedeutung für die Landwirtschaft

Immer mehr Studien zeigen, dass die Anzahl von Insekten und deren Artenvielfalt weltweit abnimmt. Die Folgen sind weitreichend. "Insekten übernehmen in natürlichen und landwirtschaftlich geprägten Ökosystemen zentrale Funktionen, wie beispielsweise Zersetzungsprozesse im Boden, die für die Bereitstellung von Nährstoffen von großer Bedeutung sind", sagte die Göttinger Agrarwissenschaftlerin Catrin Westphal. Die landwirtschaftliche Produktion profitiere zudem von Ökosystemleistungen der Insekten, dazu zählten zum Beispiel die natürliche Schädlingskontrolle und Bestäubung.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.01.2020 | 19:30 Uhr

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