Stand: 20.02.2018 14:33 Uhr

Endet Streit um Klinik vor Gericht?

Die Klinik für Innere Medizin der Asklepios-Klinik in Seesen verliert elf ihrer 19 Ärzte.

Nachdem die Krankenkassen den Versorgungsvertrag mit der Asklepios-Klinik in Clausthal-Zellerfeld gekündigt haben, will das niedersächsische Sozialministerium Widerspruch einlegen. Das Land halte die Kündigung des Versorgungsauftrages für nicht gerechtfertigt, heißt es in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage von NDR.de. Der Widerspruch gegen die Kündigung werde Mitte März ergehen, die Begründung Mitte Juni erfolgen. Damit scheint es so, dass der Streit um die Zukunft der Klinik vor Gericht landet. Das zumindest hat am Montag der Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen (VDEK) in Aussicht gestellt, sollte das Land der Kündigung im Wege stehen.

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"Konzept macht keinen Sinn"

Der VDEK erklärt seine Kündigung damit, dass die Kassen die Patientensicherheit in Gefahr sähen. Die Klinik in Clausthal-Zellerfeld bestehe im Grunde nur noch aus einer Abteilung für die Behandlung älterer Patienten, die zumeist aus der Aklepios-Klinik Goslar hierverlegt werden würden. Träten in Clausthal-Zellerfeld nun Komplikationen auf, würden die Patienten - meist hochbetagt und schwer krank - wieder nach Goslar verlegt werden müssen. "Das ganze Konzept macht keinen Sinn", sagte VDEK-Sprecher Hanno Kummer NDR.de. Das Sozialministerium hingegen sagt, alleine auf die stationäre Versorgung abzuzielen, greife zu kurz. "Auch die topografische Lage des Krankenhauses, die universitäre Infrastruktur sowie die wichtige Funktion des Krankenhaues auch auf die Sicherstellung einer ambulanten Versorgung in Clausthal-Zellerfeld sind mit einzubeziehen. Zudem sind gerade im Winter andere Krankenhäuser nicht innerhalb von rund 30 Minuten Fahrtzeit zu erreichen", heißt es in der Antwort des Ministeriums. Laut dem VDEK werden Notfälle in Clausthal-Zellerfeld jedoch ohnehin nicht mehr behandelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 19.02.2018 | 17:00 Uhr

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