Stand: 07.06.2020 12:50 Uhr

Borkenkäfer befällt 3.000 Hektar Nationalpark-Wald

Borkenkäfer sitzen auf einem Baum. © NDR
Die nur wenige Millimeter langen Borkenkäfer können stattliche Bäume und komplette Bestände junger Bäume absterben lassen. Dazu müssen sie allerdings in Massen auftreten (Themenbild).

Im Nationalpark Harz sind im Jahr 2019 knapp 3.030 Hektar Fichtenwald vom Borkenkäfer befallen worden. Das hat die Auswertung von Luftbildern ergeben, teilte der Nationalpark mit. Der bisherige Negativrekord habe bei 400 Hektar im Jahr 2018 gelegen. Die Erfassung des Borkenkäferbefalls anhand von Luftaufnahmen erfolgt seit dem Jahr 2006. Insgesamt umfasst der in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelegene Nationalpark eine Fläche von rund 25.000 Hektar.

Keine Besserung in Sicht

Nationalparksprecher Friedhardt Knolle geht davon aus, dass der starke Befall auch eine Folge des Dürre-Sommers 2018 ist. "Dadurch waren die Fichten extrem geschwächt und anfällig", sagte Knolle. Für dieses Jahr erwartet er keine Besserung: Man müsse befürchten, dass auch 2020 wieder ein Dürre-Sommer werde, sodass es als Folge wieder zu starkem Borkenkäfer-Befall in den verbliebenen Fichtenbeständen kommen könnte, so Knolle.

Schneise soll Wirtschaftswälder schützen

Der Nationalpark setzt zwar im Prinzip auf eine natürliche Walderneuerung. Im Randbereich zu den angrenzenden Wirtschaftswäldern werden allerdings befallene Stämme auf einer etwa 500 Meter breiten Fläche gefällt. So soll eine Ausbreitung des Borkenkäfers in diese Bereiche gestoppt werden. Im vergangenen Herbst wurden zudem rund 400.000 Laubbäume gepflanzt. Dadurch solle erreicht werden, dass die Borkenkäfer-Flächen schneller wieder grün werden, so Knolle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.06.2020 | 07:00 Uhr

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