Stand: 29.01.2019 11:40 Uhr

Asse: Wussten Behörden früher von Wassereinbruch?

Über 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen lagern tief unten in den Stollen des ehemaligen Salzbergwerks Asse II. Immer wieder dringt jedoch Wasser in die Schächte ein.

Bürgerinitiativen haben schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhoben, die in den 60er-Jahren das Einlagern von Atommüll in der Asse veranlasst haben. Nach ihren Angaben war zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt, dass Wasser in die Schachteinlage eindringt. Die Bürgerinitiativen berufen sich auf ein Dokument aus dem Jahr 1964. Dort sei notiert worden, dass pro Minute etwa zwei Liter Wasser durch den Schacht der Asse II liefen. Bislang hieß es, dass erst seit 1988, also zehn Jahre nach dem Ende der Einlagerung von Atommüll, Lauge in die Schachtanlage Asse II einsickert.

Bürgerinitiativen: Alarmglocken hätten schrillen müssen

"Im Forschungsministerium hätten angesichts dieser Beurteilung schon im Frühjahr 1964 alle Alarmglocken schrillen müssen", sagte der Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen, Andreas Riekeberg. Laut Riekeberg ließen weitere Formulierungen in dem Protokoll zudem nur den Schluss zu, dass es allein um eine kostengünstige Einlagerung von Atommüll gegangen sei. Bis Ende der 80er-Jahre wurden insgesamt 126.000 Fässer mit Atommüll in dem stillgelegten Salzbergwerk eingelagert.

Erst kürzlich mehr Wasser in Asse festgestellt

In den vergangenen Wochen waren deutlich erhöhte Wasserzuflüsse in dem ehemaligen Salzbergwerk festgestellt worden. Weil die Lauge nicht mit dem eingelagerten Atommüll in Kontakt kommen soll und das ganze Bergwerk instabil ist, sollen die Abfälle möglichst an die Oberfläche geholt werden. Allerdings soll das noch einige Jahre dauern. Die Nachbarschächte Asse I und Asse III waren schon früher voll Wasser gelaufen und aufgegeben worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 14.01.2019 | 16:00 Uhr

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