Stand: 10.06.2020 12:23 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Asse: Begleitgruppe kritisiert Rückholpläne

Eine Besuchergruppe steht im Atommülllager Asse neben einem Sammelbecken für radioaktiv belastete Lauge. © dpa Foto: Ole Spata
Die Asse-Pläne der Bundesgesellschaft für Endlagerung stoßen bei der Asse-II-Begleitgruppe auf Kritik.

Die Asse-2-Begleitgruppe hat die vom Betreiber vorgelegten Pläne zur Räumung des Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel als unzureichend kritisiert. Die Begleitgruppe erklärte am Mittwoch in Remlingen, dass der Zeitplan "viel zu vage" sei. Das lasse am Ziel, den Atommüll ab 2033 zurückzuholen, zweifeln. Das Gremium, in dem Vertreter der Kommunalpolitik und zivilgesellschaftlicher Initiativen mitarbeiten, soll den Prozess der Rückholung und die Schließung des maroden Bergwerks begleiten.

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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte als Betreiber im März erstmals den möglichen Ablauf der Bergung in einer Rückholskizze beschrieben. Als erster Meilenstein wird die Inbetriebnahme eines neuen Schachtes bis zum Jahr 2028 genannt. Dieser Schacht soll mit dem bestehenden Bergwerk verbunden und über ihn dann der Atommüll an die Oberfläche geholt werden.

Kosten für Vorhaben: Rund vier Milliarden Euro

Die eigentliche Bergung der rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll sowie chemischen Abfällen soll demnach ab 2033 beginnen. Die Kosten für das weltweit bislang noch nicht erprobte Vorhaben werden auf rund vier Milliarden Euro geschätzt. Die Asse ist instabil und droht mit Wasser vollzulaufen, deswegen sollen die Fässer geborgen werden.

Kritik an Zwischenlager-Vergleich

Die Begleitgruppe vermisst in den Plänen BGE zudem auch den seit Jahren in der Region geforderten Zwischenlager-Standortvergleich mit asse-fernen Standorten für den rückgeholten Atommüll. Die BGE habe lediglich fünf Standorte miteinander verglichen, die alle in unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes lägen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.06.2020 | 13:30 Uhr

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