Stand: 17.11.2017 06:45 Uhr

40 neue E-Modelle? VW plant Offensive in China

Zwanzig Milliarden Euro will Volkswagen bis 2030 in die Entwicklung von E-Autos investieren. So lautete die kürzlich gemachte Ankündigung von VW-Chef Matthias Müller. Vorreiter in Sachen E-Mobilität ist China und staatlicher Subventionen gibt es dort den größten Markt. Was liegt also näher, als dort kräftig zu investieren? Zumal China auch bei konventionellen Antrieben der wichtigste Markt des Autobauers aus Wolfsburg ist. So sollen allein für China in den nächsten sieben Jahren zehn Milliarden Euro gemeinsam mit chinesischen Partnern ausgegeben werden, sagte VW-China-Chef Jochem Heizmann gestern zur Automesse im südchinesischen Guangzhou.

Balanceakt für VW

Der Markt für Elektroautos entwickle sich in der Volksrepublik "schneller als in anderen Teilen der Welt", sagte Heizmann in China. Über kommende Investitionen entschieden wird jedoch in Wolfsburg. Heute treffen sich die Aufsichtsräte, um die geplanten Ausgaben der kommenden fünf Jahre abzusegnen. Dabei dürfte es sich um hohe zweistellige Milliardenbeträge handeln. Nach Ansicht des Autoexperten Stefan Bratzel waren noch nie solche Investitionen notwendig wie für diese Transformation. Er warnt aber auch: "Im Moment ist das Geld da, aber man muss es gut einsetzen." Die Planung gerät für die VW-Manager und -Kontrolleure denn auch zum Balanceakt, wenn man die Affäre um die Manipulationen bei Abgaswerten von Dieselmotoren und die Krise des Dieselmotors generell berücksichtigt. Allein die Beilegung des Skandals in den USA kostete bereits mehr als 25 Milliarden Euro.

40 Elektro-Modelle plant VW in China

Der Aufsichtsrat soll heute zudem klären, wo die neuen E-Modelle produziert werden sollen. Ein möglicher Standort ist das Werk in Zwickau. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte die sächsische Stadt ins Spiel gebracht - er will erreichen, dass alle Modelle zunächst in nur einem Werk produziert werden. Heizmann kündigte an, dass in China bis 2025 rund 40 Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben produziert werden sollen - noch einmal 25 mehr als bisher vorgesehen. Bislang hatte es geheißen, dass die Zahl von 100.000 E-Autos angestrebt werde. Nun plant VW, bis 2020 rund 400.000 Elektroautos jährlich verkaufen. Bis 2025 soll der Absatz auf 1,5 Millionen Stück pro Jahr steigen. Aber: "Für E-Mobilität Geld einzusetzen, ist eine Wette auf die Zukunft", warnte Bratzel.

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China ist Vorreiter bei E-Mobilität

Als "richtige Lösung" bezeichnete Heizmann den im September von der chinesischen Regierung verkündeten Kompromiss bei der geplanten Produktionsquote für Elektroautos. Anders als von den deutschen Herstellern befürchtet, sollen die neuen Regeln nicht schon 2018, sondern erst 2019 gelten. Nach einem Punktesystem müssen dann zehn Prozent der in China hergestellten oder importieren Fahrzeuge über einen Hybridantrieb oder einen reinen Elektromotor verfügen. Ende 2016 waren bereits mehr als eine halbe Million Wagen mit alternativen Antrieben auf Chinas Straßen unterwegs. In vielen luftverschmutzten Millionenstädten des Landes herrschen strenge Zulassungsbeschränkungen für Autos mit Verbrennungsmotoren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2017 | 15:00 Uhr

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